Schachtenwanderung im Spätherbst

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Zur letzten Wanderung in diesem Jahr trafen sich am Sonntag den 04.11.2018 einige Mitglieder der Alpenvereinsortsgruppe Freyung, sowie Bergfreunde aus Passau zu einem Rundkurs über Rindl- und Jährlingsschachten und Besuch des Schachtenhauses. Angeführt von Tourenführer Max Pauli startete die Gruppe vom Parkplatz Scheuereck auf dem Böhmweg in Richtung Grenze. Fast eine Stunde ging es stramm bergauf, dann machte der Wanderweg einen großen Bogen hinauf zum Rindlschachten, 1150 Meter hoch gelegen und 4 Hektar groß (was sind „Schachten“?).

Die Lindberger Bauern weideten auf diesem Schachten bis 1960 ihre Jungrinder. Heute sind weite Flächen der einstigen Weidefläche dicht mit Heidelbeersträuchern bedeckt. Einige  Baumruinen trotzen noch immer den rauhen Stürmen auf dieser Höhe und sie treiben jedes Jahr im Frühling wieder neu aus.

Auf einer Schotterstraße und später auf einem Waldpfad wanderte die Gruppe weiter zum Jährlingsschachten. Er ist genauso groß wie der Rindlschachten und liegt auf derselben Höhe. Er hat jedoch eine reine Ostlage und ist deshalb dem rauhen Böhmwind ganz besonders ausgesetzt. Über ein Tal hinweg, durch das die deutsch-tschechische Grenze verläuft, geht der Blick auf den  imposanten Aussichtsturm auf dem Mittagsberg (1315 m).

Inzwischen war es Mittag geworden und so wurde bei der Unterstandshütte auf dem Jährlingsschachten eine ausgiebige Mittagsrast eingelegt.

Die meisten Teilnehmer der Wanderung ließen es sich nicht nehmen, in ein paar Minuten auch noch zum felsigen Gipfel des Scheuereckberges aufzusteigen, der mit einer Höhe von 1193 Metern der höchste Punkt der gesamtem Wanderung war.

Der Weiterweg zum Schachtenhaus führte durch die weiten Seegrasflächen des Jährlingsschachtens kurz abwärts zu einer Schotterstraße, auf der bald Wildscheuereck, eine Kreuzung einiger Wanderwege erreicht war. Ein Wegweiser zeigte an, dass man in einer halben Stunde das Schachtenhaus erreichen würde. Dies war das nächste Ziel der Wanderung. Inmitten einer Waldlichtung steht dieses 1840 errichtete Gebäude, 1150 Meter hoch gelegen. Es steht unter Denkmalschutz und umfasst Wohnteil, Stall und Stadel unter einem Dach. Ursprünglicher Besitzer war das Glashüttengut Oberzwieselau, später kam es in Staatsbesitz. Bewohnt wurde das Haus meistens von Holzhauerfamilien.

Als nach dem 2. Weltkrieg die Ausweisung der deutschen Bevölkerung aus Böhmen begann, wurde das Haus erste Anlaufstelle für Flüchtlinge und für Deutsche, die bei Nacht einen Teil ihrer Habe über die nahe Grenze in Sicherheit brachten. Eine Holztafel an der Hauswand erinnert an diese schlimme Zeit.

Nach einer kurzen Rast auf der Hausbank des Schachtenhauses begann für die Wandergruppe der Rückweg, zunächst auf dem gleichen Weg zurück zum Wildscheuereck. Hier führte dann ein Waldweg einem Bächlein entlang talwärts. Kurz vor Spiegelhütte bog der Wanderweg rechts ab und über eine Waldwiese mit dem ungewöhnlichen Namen „Totenschädel“ war kurz darauf wieder der Parkplatz Scheuereck erreicht.

Die Gruppe war einschließlich Pausen sechs Stunden unterwegs gewesen und es herrschte ideales Wanderwetter mit Sonnenschein und guter Fernsicht. Weil die Zeit noch gereicht hat, kehrte man unterwegs noch in einem Cafe ein.

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