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Drei Höhlenforscher aus Lamprechtshöhle gerettet

Die drei polnischen Höhlenforscher, die seit Donnerstag, (17. Februar 2022) im Forscherteil der Lamprechtshöhle eingeschlossen waren, konnten am Freitag Abend die Höhle wohlbehalten wieder verlassen.

Die drei  Mitglieder einer Höhlenforschergruppe aus Krakau waren am Donnerstag Morgen in die Höhle eingestiegen um Gesteinmaterial für geologische Untersuchungen zu beproben. Sie wollten die Höhle bis zum Abend wieder verlassen. Nachdem die Drei aber nicht zurück kamen, alarmierten ihre Kollegen, die außerhalb der Höhle auf sie warteten, die Salzburger Höhlenrettung.

Noch am Abend wurde im Höhlengasthaus eine Einsatzleitung eingerichtet. Die zehn Höhlenretter wurden unterstützt vom Roten Kreuz, der Feuerwehr und der Polizei. Auch der Bezirkshauptmann Dr. Bernhard Gratz war zusammen mit dem zuständigen Beamten für den Katastrophenschutz anwesend.

Rettungseinsatz bei Lamprechtsofenhöhle in St. Martin bei Lofer, Forscher eingeschlossen, Einsatzleitersitzung mit Katastrophenschutz, Höhlenrettung, Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz
18.02.2022

Die Sondierung der Lage hatte ergeben, das aufgrund des für diese Jahreszeit ungewöhnlich starken Tauwetters extrem viel Schmelzwasser in die Höhle eindrang und eine Senke („Siphon“) beim Bocksee sich mit Wasser gefüllt hatte, so dass der Rückweg zum Höhlenausgang versperrt war. Der Bocksee befindet sich ca. 1 Stunde vom Höhleneingang entfernt in der Lamprechtshöhle.

Die Höhlenretter waren aber zuversichtlich, da es sich bei den drei Eingeschlossenen um erfahrene Höhlenforscher handelte, die die Lamprechtshöhle von mehreren Exkursionen her gut kannten und mit solchen Situationen professionell umgehen konnten. Die Retter gingen davon aus, dass die Drei in einem trockenen Bereich der Höhle Zuflucht suchen würden.

Am Freitag erkundeten immer wieder Höhlenretter die Situation in der Höhle. Inzwischen herbeigeholte Höhlentaucher konnten dann am frühen Abend den ersten Kontakt zu den Eingeschlossenen herstellen und sie mit Verpflegung, Schlafsäcken und warmen Getränken versorgen.

Der Rettungseinsatz schaffte es bis in die ORF-Abendnachrichten. Foto: Dr. Andreas Weber

Einen Höhlenrettung ist auch für die Medien immer ein wichtiges Thema. Reporter von Presse, Funk und Fernsehen waren vor Ort und berichteten ausführlich für die Geschehnisse. Auch die Passauer Neue Presse berichtete am Freitag (18.2.2022) auf der Bayern-Seite.

Durch den sinkenden Wasserspiegel war es dann am Freitag Abend aber doch schon möglich, dass die Drei zusammen mit den Tauchern  über eine kurze Strecke von eineinhalb Metern durch den Siphon durch tauchen konnten, um auf die andere Seite zu gelangen. Dort wurden Sie in Rettungsdecken gehüllt und auf den langen Weg zum Ausgang begleitet. Sie konnten die Höhle unverletzt, aber etwas unterkühlt und glücklich verlassen.

Weitere Links:
Passauer Neue Presse, 19.2.2022: Drei Forscher sitzen in der Lamprechtshöhle fest
Salzburger Nachrichten, 19.2.2022:  Forscher waren unterkühlt, sind aber wohlauf
Salzburg24: Wie Forscher 36 Stunden in Lamprechtshöhle überstanden
Heute.at: Suchergebnisse für Begriff Lamprechtshöhle
ORF-Salzburg: Nachrichtensendung 19.2.2022

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