Frauenschuh und Katzenpfötchen – Ein Ausflug ins Paradies

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Frühlingserwachen in den Chiemgauer Alpen

Bei perfektem Wetter trafen sich pünktlich um 6 Uhr die Teilnehmer dieser außergewöhnlichen Tour zur Abfahrt an der Geschäftsstelle in Passau. Nach einer zweistündigen Fahrt erreichte die Gruppe den Wanderparkplatz Soilach bei Frasdorf.

Mit ihrem Tourenführer Hans Jehl machten sich 12 Naturfreunde auf den Weg in eine faszinierende Welt der Botanik. Nach einem schattigen Anstieg gab der Fichtenwald zum ersten Mal den Blick frei auf das anvisierte Ziel, den Riesenberg mit 1444 m.

Während dieses kurzen Zwischenstopps gab uns Hans Einblicke in seine Arbeit im Schutzwaldmanagement, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie und das Natura 2000 Projekt. All dies wichtige Maßnahmen der Europäischen Union zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen.

Der Weg führte die Gruppe anschließend über bewusst schmal gehaltene Trampelpfade durch Magerwiesen mit einer unvorstellbaren Artenvielfalt an Pflanzen. Knabenkraut soweit das Auge reicht, Klappertopf und Wiesenflockenblume, weiße Waldhyazinthe, Arnika und so vieles mehr. Vorbei an Hangmooren mit Wollgras und Fettkraut führte der Weg wieder hinein in den Wald.

Auf schmalen Sanierungssteigen, die üblicherweise nur von Hans Jehl und seinen Mitarbeitern begangen werden, führte der Weg mit vielen Spitzkehren steil bergan Richtung Gipfel. Dazwischen grandiose Ausblicke auf den Chiemsee und Simssee.

Ein absoluter Höhepunkt waren mehrere Standorte mit voll aufgeblühtem Frauenschuh, einer sehr seltenen und streng geschützten Orchideenart.

Umgeben von wildem Thymian, Brandknabenkraut, Katzenpfötchen, Mausohrhabichtskraut und unzähligen Schmetterlingen (Kleiner Fuchs) genossen alle nach gut vier Stunden Aufstieg eine ausgiebige Pause am Gipfel des Riesenberges.

All die Besonderheiten am Wegesrand wären ohne den fachkundigen Blick und die kompetenten und einfühlsamen Erklärungen von Hans Jehl wohl für die meisten im Verborgenen geblieben. Dank des engagierten und leidenschaftlichen Einsatzes für die Natur von Hans und seinen Mitstreitern kann man hoffen, dass es für den Erhalt der Naturschätze noch nicht zu spät ist.

Nach gut sieben Stunden erreichten alle wohlgestimmt wieder den Parkplatz.

Den erlebnisreichen Tourentag ließen alle bei einer guten Brotzeit und einem Radler im Biergarten in Grainbach ausklingen.

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