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3000er, Gletscher und Edelweiß – Sektionstour in der Silvretta

Vom 30. Juli bis 2. August 2026 führte das Tourenleiterteam Philipp Straubinger und Sandra Isenburg eine Sektionstour unter dem Motto „3000er, Gletscher und Edelweiß“ in die Silvretta.

Bereits um 6 Uhr morgens machten sich fünf Teilnehmer gemeinsam auf den Weg nach Galtür.

Nach rund viereinhalb Stunden Anreise begann an der Menta Alm (1657 m) bei hochsommerlichen Temperaturen und schwerem Rucksack die erste Etappe.

Über den Panoramaweg führte die Route zunächst in das Nachbartal und anschließend stetig bergauf zum Ritzerjoch (2686 m), wo erstmals der Blick auf die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz möglich war.

Drei Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, noch einige zusätzliche Höhenmeter in Kauf zu nehmen, um einen Hang mit Edelweiß zu erreichen.

Begleitet vom ständigen Pfeifen der Murmeltiere führte der weitere Weg anschließend hinab zur Heidelberger Hütte (2264 m), wo der erste Tourentag nach rund 17 Kilometern und gut 1000 Höhenmetern in gemütlicher Hüttenatmosphäre ausklang.

Am zweiten Tag startete die Gruppe gegen 7:30 Uhr in Richtung Kronenjoch (2980 m).

Der abwechslungsreiche Anstieg führte durch die eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft der Silvretta, vorbei an Bächen und Schmelzwasserläufen, die von den verbliebenen Gletschern gespeist werden.

Am Kronenjoch angekommen entschied sich die Gruppe gemeinsam für die aussichtsreiche Gratüberschreitung zum Grenzeckkopf (3048 m).

Der Aufstieg wurde mit einem beeindruckenden Panorama auf die umliegenden Gipfel der Silvretta belohnt.

Nach einer kurzen Gipfelrast begann der Abstieg zur Jamtalhütte (2165 m), die für die kommenden zwei Nächte als Ausgangspunkt dienen sollte. Nach rund 12 Kilometern und etwa 800 Höhenmetern endete auch dieser Tourentag in geselliger Runde auf der Hütte.

Die Wetterprognose sah für den dritten Tag Regen und Gewitter ab 12 Uhr vor. Das waren keine guten Aussichten für die lang ersehnte Gletschertour.

Drei motivierte Teilnehmer ließen sich davon jedoch nicht abschrecken, so wurde ein Thermofrühstück auf 4:30 Uhr bestellt, mit planmäßigem Abmarsch um 5 Uhr. Ziel war es, zumindest den Jamtalferner zu erreichen, vielleicht ein paar Eisschrauben zu setzen und auf dem Rückweg den nahegelegen Rußkopf (2693m) mitzunehmen.

Kurz vor Abmarsch ergab der erneute Wettercheck eine Verbesserung, sodass der Wetterumbruch erst ab 14 Uhr eintreten sollte. Kurzum wurde die Gamsspitze (3107m) als neues Tagesziel erklärt.

 

Mit ausreichend Proviant und Stirnlampe ging es also los in Richtung Jamtalferner. Gegen 7 Uhr erreichte die Gruppe den Gletscher. Nachdem Steigeisen, Helm und Gurt angelegt waren, ging es auf das ewige Eis.

 

Die ersten Schritte auf dem aperen Gletscher waren ein unglaubliches Gefühl für die Teilnehmer. Kurze Zeit später war der Grat und somit das Ende des Gletschers erreicht, wo ein Depot für die Steigeisen, Pickel und Stöcke errichtet wurde.

 

Mit leichtem Gepäck ging es in 1er Kletterei weiter in Richtung Gipfel, der nach insgesamt dreieinhalb Stunden erreicht wurde. Dort erwartete die Gruppe ein gigantischer Ausblick zu den umliegenden Gipfeln und Gletschern.

Nach einer kurzen Pause wurde mit Blick auf die hereinziehenden Wolken der Abstieg angetreten.

 

Auf dem Rückweg ließ ein Wolkenfenster noch einen Abstecher auf den Rußkopf zu.

 

Gegen 12 Uhr kehrte die Gruppe zur Jamtalhütte zurück, wo es als Belohnung für die erfolgreiche Tour ein erfrischendes Getränk und Mittagessen gab.

 

Der Nachmittag wurde anschließend für eine Auffrischung der Spaltenbergungs- und Selbstrettungstechniken im Seminarraum bzw. in der Kletterhalle der Jamtalhütte genutzt.

 

Beim Abendessen wurde später das Programm für den letzten Tag festgelegt, danach krochen alle ein letztes Mal in ihre Hüttenschlafsäcke.

 

Erwartungsvoll und mit frischen Kräften startete die Truppe in den vierten und letzten Tag. Ziel war wieder der Jamtalferner.

 

Bei sonnigem Wetter war der Gletscher nach eineinviertel Stunden Gehzeit erreicht.

 

Auf dem Weg dorthin konnte an markierten Felsbrocken der jährliche Eisverlust des Gletschers abgelesen werden. Danach geht dem Gletscher jährlich eine Länge von bis zu 7 m verloren. Dies beeindruckte die Teilnehmer sehr.

 

Mit Steigeisen, Pickel, Gletscherbrille, Seil und Karabiner ausgerüstet ging es dann auf den Gletscher. Hier musste teilweise eine Steigung von bis zu 30 % überwunden werden. Zu sehen waren tiefe Gletscherspalten und Gletschermühlen.

 

Unter fachkundiger Anleitung der beiden Guides Sandra und Philipp wurden die Teilnehmer über das Setzen von Eisschrauben und Eissanduhren unterrichtet.

Vorbei am Fuße des Rußkopfes kehrte man dann zurück zur Jamtalhütte. Unterwegs musste ein Gletscherbach überquert werden der vorher von Korbinian und Simon mit einem schweren Trittstein ausgelegt wurde.

Nach einer kurzen Stärkung auf der Jamtalhütte wurden dann die Rucksäcke zur Heimreise gepackt. Der Transport ins Tal erfolgte per Hüttentaxi.

Mit dem Sektionsbus ging es dann in 6-stündiger Fahrt zum Wanderparkplatz nach Passau. Hier ließen die Teilnehmer in geselliger Runde und einem Getränk die Eindrücke der letzten 4 Tage nochmals Revue passieren.

Ausschließliches Fazit war: Schön wars.

Text: Jessica Ilg, Klaus Wagner und Sarah Wagner

Fotos: Simon Killinger, Klaus Wagner und Sarah Wagner

 

07.08.2026