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Großer Hundstod-Hochwies-Seehorn

Umgeplante Tour mit Bonusprogramm

Ursprünglich geplant war:

 

Tag 1 Anreise nach Pürzlbach und Aufstieg zum Ingolstädter Haus, 1200 Höhenmeter, 

Tag 2 Aufstieg zum Großen Hundstod ca. 600 Höhenmeter und Abstieg zum Parkplatz.

 

Für Berggeherinnen und Berggeher gut machbar.


So war’s geplant.


Kurz vor dem Wochenende zeigte die Wetterprognose jedoch nur für Samstag ausreichend schönes Wetter mit guten Aussichten. An Tag 2 sollte es vormittags anfangen zuzuziehen, mit Regen ab spätem Vormittag.


Die Tourenleiterin Barbara Furlani traute den angemeldeten Teilnehmern ein größeres Tagespensum zu und entschied, bereits am Tag 1 auf den Großen Hundstod aufzusteigen. Für mehr Zeit wurde die Abfahrt auf fünf Uhr vorverlegt.

Tag 1

 

So reiste die Gruppe am Samstag zum Startpunkt Parkplatz Pürzlbach an und zog ein Parkticket für zwei Tage – hier muss man immer noch ausreichend Münzgeld mitbringen, anders geht es nicht.

 

Es war knapp halb acht Uhr und erstaunlich viel los, mit Anreise ab sechs Uhr von Passau wären möglicherweise alle Parkplätze belegt gewesen.

 

Vom Parkplatz wurde gen Kallbrunnalm marschiert, von Anfang an mit herrlichem Ausblick auf die Leoganger Steinberge.

Über die Kallbrunnalm auf gleichbleibendem Niveau mit etlichen schmucken Hütten und wiederkäuenden Kühen, links der Hochkranz und Kühkranz, vorne von links nach rechts Kammerlinghorn, Hocheisspitze, Seehorn und Großer Hundstod.

 

Weiter zum Dießbachstausee und jetzt wieder ansteigend rechts daran vorbei Richtung Ingolstädter Haus. Fies ist, dass es nach vielen gewonnenen Höhenmetern wieder viele Höhenmeter bergab geht.

So ist es halt! Irgendwann ging es wieder bergauf am Dießbach entlang durch die ehemalige Mitterkaseralm bis nach und nach das Gelände vom bewachsenen Grün auf steiniges Grau wechselte. Munter erreichten die Passauer das gerade sehr vom Wind umgebene Ingolstädter Haus, wo der Rucksack um die Abendgarderobe erleichtert wurde. 

 

Neues Ziel am Tag 1 war ja der Große Hundstod, weshalb noch nicht eingekehrt wurde. Nach kurzer Pause wurde also gleich weiter aufgestiegen. Bis nach der Abzweigung zum Kleinen Hundstod war es ganz schön windig, gut, dass es Richtung Gipfel wieder ruhiger wurde. 

 

Schließlich erreichten die fleißigen DAV-ler den Gipfel des Großen Hundstod auf 2593 Meter und bestaunten die gute Rundumsicht auf den Hochkalterstock, Wimbachgries, Watzmann, Lattengebirge, Untersberg, Hagengebirge bis zum Hochkönig. Scho schee!

Nach der wohlverdienten Brotzeit stieg die Gruppe, wegen der guten Aussichten fast widerwillig, ab.

Bei der Hundstodscharte auf 2210 Meter ging es erst wieder bergauf – den Abstecher zum Kleinen Hundstod (2263 m) musste man mitnehmen.

So, jetzt aber „owe“ ins Ingolstädter Haus. Die Gruppe checkte ein, gönnte sich Getränke und Kuchen nach Belieben und machte sich frisch für den Abend.

Bei fast vollem Haus war einiges los, die Passauer saßen noch gemütlich beisammen und freuten sich, dass im Grunde die Pflicht erfüllt war. Vielleicht gibt es nächsten Tag noch eine Kür? Wenn, dann nur, wenn früh aufgestanden wird.

Danach zogen sich die Wanderinnen und Wanderer zurück ins Lager, konkret in diesem Fall in ein Zimmerlager in einem Nebengebäude des Ingolstädter Hauses.


Haus, Team und Unterkunft verdient die Note „sehr gut“!

Tag 2

Am nächsten Morgen saßen alle um halb sieben am Frühstückstisch. Barbara checkte den aktuellen Wetterbericht und wägte ab.

Die Gruppe stieg ab bis zur Dießbach Alpe, dort sollte endgültig entschieden werden ob Direktabstieg oder Rückweg über die Hochwies und Seehorn.

Unten bei ca. 1700 Meter angekommen nochmal überlegt und dann entschlossen: Auf geht’s, „pack‘ mas“! Am kleinen Wasserfall des Dießbaches hoch Richtung Hochwies. Links unten tief eingeschnitten der Dießbach und kleine Kraxeleien motivierten die Gruppe für die weiteren 600 bis 700 Höhenmeter.

Auf ca. 1850 Meter wurde die Hochwies erreicht, links das felsige Grau hoch zum Seehorn, rechts das felsige Grau des Hundstods und dazwischen die saftig grüne Hochwies mit dem Dießbach, ein Paradies für Mensch, Gämse und Murmeltier.

Nach mehr als einem Kilometer ebenem Pfad ging es wieder in schroffiges Gelände. Dem gut markierten Steig (Variante am Bach) wurde stetig steigend gefolgt bis auf 2200 Meter die Kematenschneid und der Weg 440 erreicht wurde. 

Dort öffnete sich der Blick nach Nordwesten, unten die Kallbrunnnalm, der Hochkranz und oben die mit starkem Wind heranziehende Regenwolke. 

Regenschutz für Mensch und Rucksack übergezogen, ging es nun rauf zum Seehorn auf 2321 Meter.

Für ein trotzdem schönes Foto aufgestellt hielt man sich aber nicht lange auf, es folgte der Abstieg westwärts über schroffiges Wiesengelände. 

Kurz nach dem schönen Tiefblick zum Seehornsee wurde es wieder recht felsig mit interessantem und, weil nass, anspruchsvollem Gelände. Am Seehornsee (1780 m) angelangt, hätte sich manch einer gewünscht, das Wetter hätte gepasst für ein kurzes Bad. 

Der Abstieg wurde durch den Wald fortgesetzt bis schließlich die Kallbrunnalm erreicht wurde.

Der Regen war vorbei. Durch die weitläufige Alm hindurch ging es auf breitem Weg entspannt weiter, nach der Alm dann die restlichen 350 Höhenmeter im Abstieg bis zum Parkplatz Pürzlbach.


Mit gesamt knapp 2600 Höhenmetern statt ursprünglich geplanten 1800 Höhenmetern in den Beinen fuhren die Wanderinnen und Wanderer, beeindruckt von den schönen gemeinsamen Erlebnissen, froh nach Hause.

Danke an Alle, dass sie so mitgezogen haben, echt starke Leistung!

Text: Georg Kellermann

Fotos: Barbara Furlani und Georg Kellermann


18.07.2026