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Best of Tegernseer Bergfilmfestival 2025 begeistert Kinopublikum in Passau

Am 16. Januar 2026 um 20 Uhr fand im Passauer Kino eine ganz besondere Alpenverein-Veranstaltung statt: Das Best of Tegernseer Bergfilmfestival 2025. Über 100 begeisterte Besucherinnen und Besucher genossen einen ebenso bewegenden wie inspirierenden Bergfilmabend voller eindrucksvoller Bergmomente. Ein herzliches Dankeschön geht an das Cineplex Passau für die hervorragende Kooperation und die professionelle Unterstützung dieser besonderen Veranstaltung.

Der Wandel des Bergfilms – neue Perspektiven, neue Dimensionen

Durch den Abend führte Michael Pause, einer der renommiertesten Bergjournalisten und Bergfilm-Experten im deutschsprachigen Raum. Der langjährige Redakteur und Moderator der BR-Sendung „Bergauf Bergab“ und Mitbegründer des Tegernseer Bergfilmfestivals beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Bergsteigerei, alpiner Kultur und dem Medium Bergfilm – und hat diese Szene maßgeblich mitgeprägt. 

 

Gleich zu Beginn machte Michael Pause deutlich, wie stark sich allein die technische Umsetzung von Bergfilmen in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Moderne Kameratechnologien, insbesondere 360-Grad-Kameras, ermöglichen heute völlig neue Perspektiven und eine bisher unerreichte Nähe zum Geschehen. Das Publikum konnte die Bergwelt dadurch intensiver, immersiver und emotionaler erleben als je zuvor.

Champions of the Golden Valley

 

Der erste Film des Abends ging sofort unter die Haut. Für Michael Pause war schnell klar, dass Champions of the Golden Valley von US-Regisseur Ben Sturgulewski unbedingt auch in Passau gezeigt werden musste – ein Dokumentarfilm, der auf rund 40 internationalen Festivals ausgezeichnet wurde.

 

Der Film entführt in ein abgelegenes Bergdorf in Afghanistan, deren Bewohner im Winter das Skifahren für sich entdeckt haben – ein seltenes Gefühl von Freude und Freiheit in einem Alltag, der von Konflikten geprägt ist. Als eine gemeinnützige Organisation erstmals Ski in die Dörfer brachte, reagierten die Menschen zunächst verwundert: „Was ist das?“ Doch schon bald wich die Skepsis großer Begeisterung. Kinder begannen, sich eigene Holzski zu bauen, und das Skifahren wurde Teil ihres Alltags.

 

Es gibt keine Lifte, keine präparierten Pisten – nur Schnee, Berge und ein gemeinsamer Traum. Die jungen Afghaninnen und Afghanen verbindet ein klares Ziel: Frieden statt Kämpfe. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie Sport Gemeinschaft schaffen und Freundschaften entstehen lassen kann.

 

Besonders bewegend ist die kulturelle und gesellschaftliche Dimension: Champions of the Golden Valley vermittelt ein für Afghanistan ungewöhnliches Bild – Männer und Frauen gemeinsam am Berg. Das Skifahren wird zur verbindenden Kraft, über Generationen, zwischen Familien und Geschlechtern hinweg.

 

Der Film ist von einer tief humanistischen Haltung getragen, die sich auch in einem Gedicht des persischen Dichters Saadi aus dem 13. Jahrhundert widerspiegelt:

 

„Die Menschen sind Glieder eines Ganzen,
aus einer Essenz erschaffen.
Wenn ein Glied vom Schmerz getroffen wird,
bleiben die anderen nicht unberührt.“

 

Diese Haltung entfaltet sich auf stille Weise und hinterlässt beim Publikum einen bleibenden Eindruck voller Hoffnung, Mitgefühl und leiser Erschütterung.

Filmgespräch mit Lisa Eder

Im Anschluss kam es zu einem spontanen Gespräch mit der im Kino anwesenden, international erfolgreichen Dokumentarfilmerin Lisa Eder aus dem Bayerischen Wald. Sichtlich bewegt hob sie hervor, dass Champions of the Golden Valley eine besondere Qualität besitzt: Der Film berühre ehrlich und nachhaltig, erzähle von Kameradschaft, Zugehörigkeit und Heimat und hinterlasse einen starken Eindruck.

Besonders großen Respekt zollte sie dem Filmteam dafür, wie es das Vertrauen der Protagonistinnen und Protagonisten gewinnen und sie über einen langen Zeitraum begleiten konnte – eine Leistung, die den sensiblen Zugang zum Leben der Menschen erst möglich machte.

 

👉 Der komplette Film ist online zu sehen unter:
https://www.olympics.com/en/films/watch/champions-of-the-golden-valley

Riders on the Storm

 

Der zweite Film des Abends entführte die Zuschauer auf eine ebenso spektakuläre, aber auf ganz andere Weise nach Patagonien – voller Energie, Abenteuerlust und Humor. Riders on the Storm begleitet drei Kletterer auf die gleichnamige 1.200 Meter lange Route in Patagonien, die der Erzähler nach vor einigen Jahren gescheiterten Versuchen endlich frei begehen möchte.

 

Die Route machte ihrem Namen auch bei dieser Begehung alle Ehre: Regen, Schnee, stürmische Böen und Eiseskälte stellten die Kletterer immer wieder vor extreme Herausforderungen. Mit viel Witz, Gelassenheit und bewundernswerter Leichtigkeit meisterten sie die widrigen Bedingungen. Langes Ausharren im Biwak in schwindelerregender Höhe verlangt zudem gut gefüllten Proviant – und besonders das Popcorn darf dabei nie ausgehen.

 

Für Initiator Siebe Vanhee ist die Begehung gemeinsam mit den Helden seiner Kindheit ein Traum, der in Erfüllung geht und gleichzeitig bezwingt er nicht nur die Route, sondern auch den „Sturm in seinem Kopf“.

 

Michael Pauses Kommentar brachte die Stimmung des Films perfekt auf den Punkt:
„So sieht in Patagonien Spaß an der Freude aus.“

El gran Hito – Der große Meilenstein

 

Den Abschluss des Abends bildete der außergewöhnliche Kurzfilm El gran Hito (Der große Meilenstein) von Ignasi López Fàbregas. Die Handlung spielt im Jahr 1889 und nimmt auf humorvolle Weise Bergsteiger-Klischees der damaligen Zeit aufs Korn – insbesondere die unterschiedlichen Herangehensweisen von Frauen und Männern am Berg.

 

Der Film ist technisch beeindruckend:
Eine aufwendige Stop-Motion-Produktion mit Puppen, die 24 Positionen pro Sekunde einnehmen. Ganz ohne Sprache erzählt der Film seine Geschichte – und beweist, wie universell Bergleidenschaft sein kann.

Ein Abend, der bleibt

 

Das Best of Tegernseer Bergfilmfestival 2025 im Cineplex Passau zeigte eindrucksvoll die ganze Bandbreite des modernen Bergfilms: von tief bewegender Menschlichkeit über extreme sportliche Leidenschaft bis hin zu kunstvoller Ironie. Ein Abend voller Emotionen, neuer Perspektiven – und nachhaltiger Eindrücke. Ein Abend voller Emotionen, neuer Perspektiven – und nachhaltiger Eindrücke, den Michael Pause mit seiner sympathischen und kenntnisreichen Moderation großartig gestaltet hat. Dafür ein herzliches Dankeschön.