Markus Hirnböck, Inhaber einer Alpinskischule in Saalfelden und Erbauer der Klettersteigschule und des Klettersteiges Wilder Hund am Loferer Steinberg berichtet hier über die Sanierung des Klettersteiges Nackter Hund, der sich dem Wilden Hund anschließt.

Der Klettersteig Nackter Hund wurde 1989 errichtet und führt unterhalb des gleichnamigen Gipfels über eindrucksvolle Passagen wie das Brentaband, den Heinrich und den Löwen hinauf zum Großen Hinterhorn*. Damals gab es noch keine Klettersteignorm – vieles war Pionierarbeit, robust, aber eben nach heutigen Standards nicht mehr zeitgemäß.
2014 kam mit dem Wilden Hund ein moderner Sportklettersteig und alternativer Zustieg dazu. Dabei wurde schon nach neuesten Richtlinien gebaut, und auch der Nackte Hund bekam eine Teilsanierung. Der obere Abschnitt nach dem Löwen blieb aber unangetastet – bis heuer.
Im Juni 2025 habe ich beim „Einsommern“ eine Bestandsaufnahme gemacht und nach Rücksprache mit der Sektion das nötige Material bestellt. Dann kam Pfingsten, dann der Regen – der Sommer war wetterlaunisch, und im August war ohnehin genug los. Mitte September aber passte endlich alles: stabile Tage, ein motiviertes Viererteam und eine gute Portion Vorfreude.
Zwei Tage lang standen wir am Klettersteig Nackter Hund, bohrten, klebten, spannten Stahlseile und flexten alte Verankerungen heraus. Stück für Stück wich das alte Material – ersetzt durch 26 Millimeter starke, verzinkte Anker und ein 14 Millimeter Stahlseil, solide und zuverlässig. Am Ende flog der Heli das Altmetall vom Berg und wir blickten zufrieden auf ein sauberes Stück Arbeit.
Im Frühjahr 2026 bleiben noch ein paar Kleinigkeiten: ein paar beschädigte Verankerungen am Weg zum Wehrgrubenjoch, etwas Feinarbeit beim Einstieg des leichten Übungssteigs neben der von-Schmidt-Zabierow-Hütte. Doch der Nackte Hund ist wieder top in Schuss – sicher, modern und bereit für viele neue Begehungen.
Und wer weiß – vielleicht entsteht irgendwann ja noch ein leichter Einsteigersteig in Hüttennähe? Ideen gehen uns in den Steinbergen jedenfalls nie aus.
Markus Hirnböck
*Ein Gipfel, zwei Namen: Die einen sprechen vom „Mitterhorn“, die anderen vom „Hinterhorn“ – und alle meinen denselben Gipfel. Korrekt ist es so: Blickt man von der Loferer Seite auf den Berg, heißt er „Großes Hinterhorn“, von St. Ulrich aus wird der Berg als „Mitterhorn“ bezeichnet. Der Klettersteig „Nackter Hund“ verläuft auf der Loferer Seite, also führt er auf das „Große Hinterhorn“.
