Am Mittwoch, 15. Januar 2025, führte Christoph Rother, Trainer B Skihochtouren, sechs Teilnehmende auf einer Skitour auf und um den Großen Rachel (1453 m).
Um 08:30 Uhr war Treffpunkt am Gfällparkplatz (944 m) bei Spiegelau. In mehreren Fahrgemeinschaften kamen die Skitourengeherinnen und Skitourengeher zusammen. Für manche war es die erste geführte Sektionsskitour, noch dazu im Bayerischen Wald. Alle Teilnehmenden brachten gute Skitourenkenntnisse und Skitechniken mit.

Skitouren im Bayerischen Wald, insbesondere am Rachel, bedürfen einiger Vorbereitung, da man sich in der sensiblen Kernzone des Nationalparks bewegt. Das hieß, dass zunächst über das Wegegebot (kein Verlassen der markierten Wege und Steige) informiert wurde. Auch die Besonderheiten des gefährdeten Auerhuhns waren Teil des anfänglichen Briefings. Damit war auch klar, dass eine Besteigung des Kleinen Rachels zu dieser Jahreszeit von vornherein ausschied. Das hieß aber nicht, dass dessen Umrundung nicht möglich wäre.

Über den Wanderweg „Auerhahn“ stiegen wir auf, vorbei am Lieselbrunnen (1182 m), bis wir aus dem Wald herauskamen. Es hatte frisch geschneit, die Schneeauflage auf dem Harschdeckel war hervorragend. Zügig erreichten wir das (geschlossene) Waldschmidthaus (1359 m).

Nach kurzer Verschnaufpause ging es weiter, an wunderbaren Ausblicken vorbei bis auf den Gipfel des Großen Rachel.


Vom Seeblick warfen wir einen wehmutsvollen Blick in die verbotene Rachelseewand. Die vom Borkenkäfer befallenen, abgestorbenen Fichtenstämme standen als stumme Wächter im Nebel am Wegesrand. Am Gipfel hieß es sogleich Abfellen. Hinab ging es nicht direkt zur Rachelwiese, da dies trotz vorhandenen Weges nicht erlaubt sei, wusste Christoph. Stattdessen ging es im Nebel zurück zum Waldschmidthaus, und dann weiter per Skatschritt leicht bergauf über den Rachelsteigweg zur Rachelwiese. Am Rachelsteig orientierend ging es dann in wunderbaren Schwüngen hinab, im Nebel im frischen Neuschnee war die Wegfindung nicht immer ganz einfach, durch die guten Ortskenntnisse des Guides verpassten wir unseren Steig zur Umrundung des Kleinen Rachels nicht. Hier hieß es wieder Anfellen, in bester allgemeiner Laune. Nicht immer ganz einfach ging es nun horizontal westlich des Hochrucks vorbei, außerhalb der Kernzone.



Nun kam das spannendste Stück des heutigen Tages: Der Anstieg über den schon im Sommer alpin anmutenden, nordseitigen Steig von der Trinkwassersperre zur Rachelwiese. So findet sich im Sommer eine Seilversicherung an einer felsigen Platte, einige steilere Stufen sind am Weg zu überwinden. Kein leichtes Unterfangen. Nicht umsonst war die Tour mit drei Bergen als Schwierigkeit (▲▲▲) ausgeschrieben. Mit Bravour stellten die Teilnehmenden ihre besonderen Fähigkeiten mit Skitourenski unter Beweis. Technisch anspruchsvoll, Spitzkehren im alpinanmutenden Steilgelände, teils auf engstem Raum, das war das eine. Das andere aber war, dass mancher Teilnehmer nun auch die Länge der Tour zu spüren bekam. Es sollten heute immerhin 13,5 Kilometer bei 832 Höhenmetern und 5,5 Stunden werden. Als die Rachelwiese wieder erreicht war, war der anspruchsvolle Teil geschafft, ein Feeling von Kanada und Freude über das Erlebte und Geschaffte kam auf. Am Waldschmidthaus machten wir Brotzeit, bevor es rasant über die wilde Abfahrt auf dem schmalen Weg zum Gfällparkplatz hinabging.



In kleinerer Runde stärkten wir uns noch bei Kuchen und Tee im Bolzwerk in Spiegelau. Höchstintensiv wurde über Osmand~ gefachsimpelt, Grundlagen für neue spannende Allianzen und inner- und außeralpine Touren gelegt, und zu guter Letzt sogar noch gebouldert. Kann ein Mittwoch im Januar etwa schöner verlaufen?
Bericht und Fotos: Christoph Rother und Teilnehmende
