Skip to content Skip to footer

Drei-König-Skitour: Scheiblingstein

Am 06. Januar 2025 startete die Skitourensaison 2025 der Sektion Passau mit einer geführten Skitour auf den Scheiblingstein (2197 m) unter der Leitung von Christoph Rother, Trainer B Skihochtouren.

Die Nachfrage unter den Mitgliedern war mit 15 Anmeldungen bei sechs offiziellen Plätzen sehr groß. Aufgrund des sehr starken und bekannten Teilnehmerumfeldes, der sehr sicheren Lawinenverhältnisse und weiterer Alpinguides unter den Teilnehmenden konnten letztlich und nur ausnahmsweise elf Teilnehmer mitfahren. Toni machte als erfahrener Neuling sein Debüt.

Ausgangspunkt der Tour war der Parkplatz bei der Bosruckhütte (1050 m). Zunächst ging es relativ gemütlich auf einem Forstweg zum Pyhrgasgatterl (Anm.: „gemütlich“ ist bei Christoph ein Ausdruck eines angedacht langsam startenden Gehtempos, welches erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit anaerobe Züge annehmen kann).

Auf dem Forstweg zum Phyrgasgatterl

Dies war durchaus gut, um sich in Gesprächen kennenzulernen und neue Pläne für die kommende Skisaison auszutauschen. Aber bald ging es ans Eingemachte. Aufgrund des Schneemangels waren allenthalben Büsche und Latschen zu sehen, die es im aufsteilenden Gelände geschickt zu umgehen oder zu überwinden galt. Die ersten 200 Höhenmeter im freien Gelände verlangten somit den Skitourengehern und -geherinnen sogleich alles an Technik, ökonomischen und ökologischen Steigen ab, was ein erfahrener Skitouren- oder Splitboardgeher mitbringen muss. Die Tour war bewusst mit drei Bergen als Schwierigkeit (▲▲▲) ausgeschrieben, dies bewahrheitete sich sogleich auch auf diesen ersten Metern im latschendurchsetzten Spitzkehrengelände. Mit Verschnaufpausen bewegte sich der Tross Richtung Scheiblingstein. Kennzeichnen der Tour ist die lange südostseitige Querung unter den faszinierenden Hängen des Großen Phyrgas (2244 m).

Max führt die Gruppe in der Querung an
Pausenzeit vor Gamsspitz
Querung mit Blick auf Scheiblingstein
Spitzkehren im Aufstieg
Fernsicht im Föhn
Toni kämpft sich hoch
Michael genießt die Aussicht auf die Wölzer Tauern

Im Sattel vor dem Scheiblingstein wurde es sehr windig (Staulage). Doch die Gruppe ließ es sich nicht nehmen, die letzten 100 Höhenmeter auf den Gipfel über die abgeblasene Westflanke zu Fuß zu steigen.

Passauer Skitourengehende im Gipfelhang
Gipfelfoto

Wiedervereint im Sattel ging es an die Abfahrt. Die Schneequalität ließ stellenweise manche Teilnehmerin an ihren Ski- bzw. Skifahrqualitäten zweifeln. Durch die tageszeitliche Erwärmung war der Schnee stellenweise bereits durchfeuchtet und schwer zu fahren. Man kann es auch als Vorgeschmack auf die durchwachsenen Verhältnisse im Winter 2025 sehen. Die Abfahrt führte uns durch die Lange Gasse bzw. einen östlichen Seitenarm entlang des Wanderweges.

Michl in der Abfahrt über dem Ennstal

Stellenweise praktizierten wir Einzelfahren, gerade auch im Hinblick auf die Gruppengröße. Dies funktionierte sehr diszipliniert. Bei ca. 1500 Meter Höhe kommt man zu einem Punkt, bei dem man sich gewöhnlich am Wanderweg nach Westen hin orientiert. Gleichwohl kam aufgrund von zwei Abfahrtsspuren die Idee beim Tourenführer auf, den schattseitigen, nunmehr in traumhaftem Pulver angelegten Abfahrtsspuren direkt zu folgen, gerade auch, da eine Aufstiegsspur zu sehen war. Wenige Augenblicke später wussten wir um die Bedeutung der Aufstiegsspur. Unsere zwei Vorfahrer nutzten in gleicher Weise den fantastischen Schnee, realisierten aber offenkundig erst an einer Geländekante, dass eine weitere Abfahrt wenig zielführend sein würde. Genau diesen zwei Abfahrtsspuren war die Aufstiegsspur zuzuordnen.

Max im Wiederanstieg

Die 150 Extrahöhenmeter waren dann auch im Aufstieg schnell absolviert, nicht umsonst hieß es in der Ausschreibung „bis zu 1600 Hm im Aufstieg“; mit 1505 Höhenmetern blieben wir erstaunlicherweise noch unter dieser Marke. Für eine Saisoneinstiegstour ist das dann auch vollkommen ausreichend, für den ungeübten Neuling eine Bewährungsprobe und Herausforderung. Vor allem wenn die weitere Abfahrt mehr zur Latschendschungeldurchschlagsübung wurde, kann es auch schnell für erfahrene Skitourengeher anspruchsvoll werden. Ein herrlicher Sonnenuntergang belohnte die latschengeplagten Skitourengeher und Skitourengeherinnen angemessen.

Romantischer Sonnenuntergang zwischen Latschen

Nach der Phyrgashütte gab es eine kurze Tragepassage, bevor der Forstweg erreicht war. Bis zum Phyrgasgatterl (1308 m) gab es dann einen letzten Gegenanstieg hinein in die Dämmerung. Dass eine Stirnlampe nicht zum Spaß auf der Ausrüstungsliste bei Skitouren von Christoph steht, merkte unser Neuling schnell im Dunkeln der Abfahrt über den Forstweg zum Auto.

Obligatorischer Stirnlampeneinsatz bei der Abfahrt

Mal wieder #rothertours eben. Zum Abschluss dieses schönen und anstrengenden Skitourentages kehrten wir in die Pizzeria „König“ in Windischgarsten ein, sozusagen passend zur Epiphanias-Skitour.

Dreikönigskitour endet in Pizzeria König

So konnte die Zeit auch für die Aufladung von Tobis niederbayerischem E-Auto verwendet werden. Sina und Ale verabschiedeten sich nach München. Mit dem Sektionsbus ging es über die Autobahn zurück nach Passau.

Bericht und Fotos: Christoph Rother