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Höhlengottesdienst zum DAV-Jubiläum

 

Sektion Passau feiert 120 Jahre Schauhöhle Lamprechtsofen

Im Jahr 2025 feierte unsere Sektion nicht nur ihr 150-jähriges Bestehen, sondern zugleich das 120-jährige Jubiläum unserer Schauhöhle in der Lamprechtshöhle im Salzburger Saalachtal nahe Lofer. Am 2. August machten sich rund 40 Sektionsmitglieder mit dem Reisebus auf den Weg nach Österreich, um gemeinsam mit Berg- und Höhlenfreunden der österreichischen Alpenvereinssektionen Lofer und Leogang sowie weiteren Gästen zu feiern.

„Wir sind die einzige Sektion im DAV mit einer Schauhöhle – und diese zählt zudem zu den beeindruckendsten Naturwundern Österreichs“, betont Lothar Schramm, erster Vorsitzender der DAV-Sektion Passau. „Die Lamprechtshöhle ist ein echtes Highlight, nicht nur für unsere Sektion. Deshalb freut es uns besonders, dass wir im Jubiläumsjahr der Sektion auch das Jubiläum unserer Höhle begehen dürfen.“

Höhlengottesdienst: Pfarrer Spreitzer zelebriert die Messe
in außergewöhnlicher Umgebung

Unter den Gästen war auch der Passauer Stadtpfarrer Anton Spreitzer, dessen Pfarrei St. Peter die Räume unserer Geschäftsstelle vermietet. Er nahm sich gerne Zeit, um einen außergewöhnlichen Gottesdienst zu zelebrieren: direkt in der Höhle – atmosphärisch beleuchtet, mitten im gewaltigen Bergmassiv. Es war zugleich sein erster „Höhlengottesdienst“. „Das war schon etwas ganz Besonderes. Höhlen und Berge sind ja schon in der Bibel Orte der Begegnung mit Gott. Einen Gottesdienst sozusagen im Bauch der Erde zu feiern, das bleibt in Erinnerung“, so Spreitzer.

Auch für die rund 80 Gottesdienstbesucher war diese Feierlichkeit unvergesslich. Um dorthin zu gelangen, mussten sie einige Hundert Meter tief in die Höhle hinein, über gesicherte Steige und unzählige Stufen – begleitet von zusätzlicher Beleuchtung, einem kleinen Tisch als Altar und einer vierköpfigen Musikantengruppe der „Böhmikanten“ aus St. Martin bei Lofer. „Ich bin heute zum ersten Mal in der Höhle und wollte mir als DAV-Mitglied diesen Ort schon lange ansehen – es ist abenteuerlich und wunderbar stimmungsvoll, besonders mit dem Gottesdienst und der Musik“, berichtete eine Teilnehmerin.

Feierliche Klänge:
Die Musikkapelle aus St. Martin bei Lofer
sorgt für musikalische Höhepunkte

„Die Höhle ist ein Kraftort. Diese Verbindung von Natur und dem Göttlichen hat mich tief beeindruckt“, sagte Sektionsvorsitzender Lothar Schramm zum Abschluss. „Die Lamprechtshöhle wurde 1905 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht – eine wahre Pionierleistung, auch technisch gesehen. Schon damals kamen die Menschen, um hier elektrisches Licht zu erleben, das im Saalachtal noch Mangelware war. Elektrizität wurde im Berg mittels Wasserkraft erzeugt“, erzählte Schramm weiter.

Die Erschließung, der stetige Ausbau und die Instandhaltung der Höhle bedeuten bis heute viel Arbeit – nicht zuletzt, weil die Lamprechtshöhle immer wieder Hochwassern ausgesetzt ist und Teile bei Starkregen überflutet werden. „Aus Respekt vor der herausragenden Gründerarbeit und aufgrund ihrer Einzigartigkeit sind wir als Sektion sehr stolz, die Höhle betreiben zu dürfen“, so Schramm. Allein im Jahr 2025 wurden rund 400.000 Euro investiert, um das angeschlossene Höhlengasthaus zu sanieren und für Besucher noch attraktiver zu gestalten.

Alexander Wimmer (1. Vors. Sektion Lofer)
überreicht ein Präsent zum Höhlenjubiläum

Ausflugtipp


Die bisher erforschten Gänge der Lamprechtshöhle (Lamprechtsofen) haben eine Gesamtlänge von rund 64 Kilometern. Damit zählt sie zu den längsten Höhlensystemen Europas und ist mit einem Höhenunterschied von etwa 1.735 Metern zwischen dem oberen Eingang im Ebersbergkar und dem unteren Ausgang bei Weißbach bei Lofer eine der tiefsten Höhlen der Welt.


Im für Besucher zugänglichen Schauhöhlenbereich führt ein gut begehbarer Steig etwa 700 Meter tief in den Berg. Auf 392 Stufen überwindet man dabei 70 Höhenmeter, bis man eine Plattform erreicht, von der sich ein atemberaubender Blick in die Tiefe eröffnet.


Für den Besuch der Schauhöhle werden festes Schuhwerk und warme Kleidung empfohlen. Die Temperatur liegt ganzjährig zwischen 4 und 6 Grad Celsius.


Noch sind nicht alle Gänge des weit verzweigten Systems entdeckt oder kartiert. Höhlenforscher unternehmen daher regelmäßig mehrtägige Expeditionen in den sogenannten Forscherteil. Nach Voranmeldung und mit behördlicher Genehmigung können Gruppen einen Teil des nicht öffentlichen Bereichs mit einem staatlich geprüften Höhlenführer begehen.


Das Gasthaus „Lamprechtsofenloch“ am Höhleneingang bietet Gelegenheit, sich vor oder nach dem Besuch kulinarisch zu stärken.


Weitere Informationen unter: www.lamprechtshoehle.at



Text und Fotos: Stefanie Starke