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The never ending via ferrata: Großer Priel

Wer es auch mit einem Klettersteig der Kategorie „sehr schwierig“ aufnehmen will, der darf sich warm anziehen. Schließlich wollen 900 Höhenmeter überwunden werden. 

 

So startete die kleine Gruppe am Morgen in Passau, um sich Mittag auf dem Prielschutzhaus (1420 m) noch eine Stärkung zu gönnen und schon mal die Betten für die Nacht zu reservieren. Eine Eingeh-Tour vor dem Highlight kann nicht schaden. Und die Spitzmauer (2446 m) ist dafür sehr gut geeignet, mit einem schönen Weg zu beginn, dann einem Schuttfeld rauf zum Einstieg in den C-Klettersteig und einem Plateau mit Gämsen, bevor der letzte Anstieg blüht. Traumhaftes Wetter und Vorfreude beim Anblick des orangenen Gipfelkreuzes versüßten die Tour.

 

Ein gemütlicher Hüttenabend mit unterhaltsamen Bekanntschaften folgte. 
Am nächsten Morgen lockte wieder die Sonne, nur war es angenehm kühler. Der Zustieg zum Steig war schnell geschafft und der erste Sektor hatte schöne Herausforderungen mit knackigen Passagen, Abstiegen, Seilbrücken und Traversen zu bieten. Mit dabei immer eine herrliche Aussicht ins Tal, auf die Hütte sowie die umliegenden Gipfel und Schrofen. Die Erbauer haben sich etwas dabei gedacht, die Abschnitte absteigend zu nummerieren. So kann man sich schon ausmalen, was einem noch bevorsteht und die beiden Notausstiege in die Tourplanung mit einbeziehen.  

 

  Der nächste Sektor war mit vielen Leitern versehen. Wer damit Problemen hat, ist hier massiv gefordert. Der eine oder andere Kraftausdruck und tiefe Seufzer begleiteten auch die Passauer. „Notausstieg gibts jetz koan mehr, oder?“ Nein. Durchhalten. Kämpfen. Auf gehts! 

 

Und dann der schier endlose Schluss. Da noch drüber. Ach, noch nicht da? Nein, da hinten, oder? Aber irgendwann war es dann keine Idee mehr. Es war geschafft. Das Priel-Kreuz (2515 m). Wie schön! 

 

Der Blick auf die Uhr verriet, dass es eine eigentlich recht gute Leistung war. Vier Stunden im Steig, da können manche nur davon träumen. 

Der Abstieg begann schon recht bald, weil der Wind am Gipfel ordentlich wehte. Mit zwischendurch auf fordernden Passagen ging es zurück zum Prielschutzhaus auf eine kleine Stärkung und dann ab ins Tal und nach Hause. Schön war‘s, die Herbsttour. Fordernd, aber lohnend! 

 

Text und Bilder: Verena Pfefferkorn