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Die Steinberge für hochalpine Landstreicher

Zwei Sommer lang arbeitete der Saalfeldener Filmemacher Roland Chytra an seinem Film für die Servus-TV-Bergwelten-Sendung über die Loferer und Leoganger Steinberge. Am Montag, 29. September 2025 ist der Film nun um 20:15 Uhr auf Servus TV im Programm. Wer den Sender nicht empfangen kann, kann den Beitrag unter www.servustv.com live streamen.

So beschreibt Roland Chytra seinen Film:
Die Loferer und Leoganger Steinberge – rau und ungezähmt. Für Adi Stocker sind sie Heimat und Lebensaufgabe. Über 200 Erstbegehungen, Routen in wildem Steinbergfels und Gipfelkreuze, die Geschichten tragen. Mit seinem Sohn setzt er ein neues Zeichen: das „Himmelstor“ am Großen Reifhorn – ein starkes Symbol für Erinnerung, Übergang und neue Wege.

Sie gelten als einer der letzten stillen Winkel der Alpen: die Loferer und Leoganger Steinberge. Schroffe Kalkzacken, wilde Grate, lange Zustiege – ein Gebirge, das sich nie den Massen erschlossen hat. Wer hier unterwegs ist, muss bereit sein, Zeit und Kraft zu investieren. Doch genau das macht den besonderen Reiz aus: Wer sich den Steinbergen stellt, entdeckt Abgeschiedenheit, Vielfalt – und alpine Abenteuer im ursprünglichen Sinn.

Einer, der sein Leben den Steinbergen verschrieben hat, ist der Tiroler Alpinist und Routenerschließer Adi Stocker. Aufgewachsen in St. Ulrich am Pillersee, auf der Tiroler Seite der Loferer Steinberge, fand er schon als Jugendlicher den Weg ins Gebirge. Von seiner Großmutter, einer Sennin auf der Niederkaseralm, erhielt er die erste Inspiration – sie weckte in ihm die Liebe zu den Bergen, die bis heute ungebrochen ist.

Seit den 1990er Jahren hat Stocker das Kletterbild der Steinberge entscheidend geprägt. Mit dem gezielten Einsatz von Bohrhaken erschloss er über 200 Routen, beschrieb unzählige weitere in seinen Kletter- und Gebietsführern und machte damit ein abgeschiedenes Gebirge zugänglich. Heute finden Alpinisten über 2000 Seillängen – rund 80.000 Klettermeter – im berüchtigten Steinbergfels mit seinen zahlreichen Bändern und Steilstufen dazwischen. Eine seiner schönsten Touren, die Route „Happy Days“ am Traunspitzl-Südostpfeiler, widmete er seiner Großmutter.

Doch die Erschließung der Steinberge hat zwei Gesichter: im Licht der Wände und in der Dunkelheit unter Tage. Die Lamprechtshöhle bei Weißbach gehört zu den längsten Höhlensystemen der Welt. Internationale Forscherteams, vor allem aus Polen, arbeiten hier seit Jahrzehnten Seite an Seite mit dem Salzburger Höhlenverein. Mit ihnen tauchen die Zuschauer ein in eine unbekannte Unterwelt – dort, wo das Wasser seinen verborgenen Weg nimmt, bevor es in der Saalach wieder ans Tageslicht tritt. Dieser Fluss ist der nächste Protagonist: die Saalach, Lebensader und Herausforderung zugleich. Besonders in der Teufelsschlucht bei Lofer zeigt sie ihre ganze Urgewalt. Stromschnellen, Walzen und gefährliche Siphone machen sie zu einem der anspruchsvollsten Wildwasserreviere Europas. Hier wagen sich nur absolute Könner hinein. Mit dabei: Herbert Schmiderer, Ski- und Kajakurgestein aus Lofer, und Andrea Radler aus Kössen – eine der wenigen Frauen, die sich in diese Extrempassage wagt.

Neben der vertikalen und der nassen Dimension gibt es in den Steinbergen noch eine vierte Ebene: die Gipfel. Auch sie tragen Adi Stockers Handschrift. Viele der Gipfelkreuze stammen aus seiner Werkstatt, gestaltet und aufgestellt gemeinsam mit Weggefährten. Jüngstes Projekt: das „Himmelstor“ am Großen Reifhorn. Ein drei Meter hoher Bogen aus Cortenstahl, gefertigt von seinem Sohn Lukas in einer Fieberbrunner Metallwerkstatt. Über 150 Kilo schwer, per Helikopter auf den Gipfel geflogen – und mit über 80 Stunden Arbeit verankert. Ein Symbol des Übergangs, entstanden zum 150-Jahr-Jubiläum der DAV-Sektion Passau, die in den Steinbergen viel bewegt hat.

Die Bergwelten-Folge „Die Steinberge … für hochalpine Landstreicher“ begleitet Adi Stocker und einige seiner Weggefährten durch all diese Facetten: von Kindheitserinnerungen auf der Alm über legendäre Kletterrouten bis hin zu wilden Wasserfahrten und symbolträchtigen Gipfelmomenten. Ein filmischer Streifzug durch eines der letzten stillen Gebirge der Nordalpen – roh, ursprünglich, kraftvoll.

Wer bis hierher gescrollt hat, bekommt zur Belohnung noch eine Zugabe: Ein kurzer Clip zur Einstimmung auf die Bergwelten-Sendung am 29. September 2025, 20:15 Uhr in Servus TV: