Einen guten Draht zu Petrus scheint Tourenleiterin Barbara Furlani zu haben – rechtzeitig zum ersten September-Wochenende bestellte sie bestes Bergwetter und das Universum hat geliefert: Mit bester Wettervorhersage startete am Samstag, den 6. September 2025 um 5:00 Uhr in Passau eine Gruppe frohgelaunter Bergfreundinnen und -freunde in die Loferer Steinberge.
Tourenstartpunkt war der Wanderparkplatz in Weißleiten hinter Sankt Ulrich am Pillersee.
Aufstieg durch das Lastal
Von dort stiegen die Wandersleut‘ über den Weg 613 durch das schöne Lastal abwechslungsreich auf bis zur Abzweigung Richtung Mitterhorn oder Richtung Wehrgrubenjoch unterhalb des Scheibenkopfes. Nach Plan ging es entlang der Scheibenwand oberhalb der Ulricher Grube weiter über schönstes Karstgelände bis zum Wehrgrubenjoch. Hier gab es die Wahl, Nord-West dem markierten Weg zum Nackten Hund, Süd-Ost den markierten Weg zum Westlichen Reifhorn, welcher noch vom Niederschlag über Nacht mit 2 bis 4 cm Schnee überzogen war.
Im Aufstieg zum Wehrgrubenjoch
Als erstes entschied sich die Tourenleiterin für den bereits sonnenbeschienen, schneefreien Anstieg zum Nackten Hund.
Wenige Schritte später die Frage aus der Gruppe: „Ist das die Schmidt-Zabierow-Hütte?“ (SZH) welche sich tief unten in herrlicher Alleinlage präsentierte. Über brüchiges Gestein und ausgesetze Stellen erreichten die Passauer den Gipfel Nackter Hund (2372 m) mit dem „diamantenem‘ Gipfelkreuz – sehr schön und „amoi ebbs anders“ (entworfen wurde das Gipfelkreuz von Adi und Lukas Stocker, Kletterer und Kenner der Loferer und Leoganger Steinberge).
SZH vom Anstieg zum Nackten Hund
Gipfel Eins geschafft
Nackter Hund
Nach erstem Gipfelfoto ging’s retour zum Wehrgrubenjoch und sofort aufwärts dem jetzt schon freundlicher wirkenden, weil tauend, schneebedeckten Steig zum Westlichen Reifhorn. Die etlichen versicherten Abschnitte und Kraxeleinheiten machten gute Laune und als Belohnung erreichten die eifrigen Kraxler das schmale Gipfelplateau mit den nach Nord und Süd steil abfallenden Wänden des Westlichen Reifhorns (2448 m).
Aufsteig westliches Reifhorn
Westliches Reifhorn
„3 Zinnen“ 😉
Nach vielen Fotos in alle Richtungen – inklusive zweitem Gipfelfoto und einer wohlverdienten Pause – kraxelten die Kraxler wieder ab.
Zurück am Wehrgrubenjoch folgte die Gruppe erneut dem Weg 613 zur von-Schmidt-Zabierow-Hütte. Dort warteten ebenfalls noch sehr spannende Kraxelabschnitte.
Die Hütte lange schon im Blick, freute sich die Gruppe sehr, als diese schließlich erreicht wurde. Nach erster Einkehr checkten die Bergsteiger in das gemütliche Lager ein und bereitete sich auf den Abend vor. Bei voller Hütte servierte das fleißige Hüttenteam beste Verköstigung und der erste Tag wurde rundum zufrieden abgeschlossen.
Abstieg zur SZH
Gut ausgeschlafen wurde am Sonntag erst gefrühstückt und vor dem Aufbruch noch ein Foto mit Käthe und ihrem Team gemacht. Danke nochmals für den freundlichen Empfang und vorzügliche Bewirtung.
Morgenstimmung an der SZH
SZH mit Wirtin
Nun ging es weiter nach Plan: Steig 612 folgend begann der Aufstieg und „endlich“ trat die engagierte „Show-Gams“ auf und stellte sich den Fotografen.
Show-Gams
Die Smartphones wieder weggepackt ging es weiter zum Waidringer Nieder (2302 m), wo sich die Sicht nach Norden eröffnete mit Blick zur Steinplatte und drüber hinweg zu den Chiemgauer Alpen mit dem Chiemsee.
Nach weiteren 200 Höhenmetern erreichten die „glorreichen Sieben“ den dritten und höchsten Gipfel der Jubiläumstour, der gleichzeitig zwei Namen trägt: Das Hinterhorn bzw. das Mitterhorn (2504 m). Nach dem obligatorischen Gipfelfoto wurden die herrlichen Aussichten auf die umliegenden Berge wie Berchtesgadener Alpen, Wilder Kaiser, die Venedigergruppe und Großglocknergruppe genossen.
Aufstieg zum Mitterhorn
Hinterhorn / Mitterhorn
Weiter geht’s: Über spannende Kraxelpassagen folgten die DAVler dem Nuaracher Höhenweg bis zur Abzweigung Richtung Lastal und stiegen auf dem gut angelegten Steig ab in die Schneegrub’n. Dort trafen sie schließlich wieder auf den Aufstiegsweg 613 vom Vortag. Abwärts folgend erreichten sie den Parkplatz in Weißleiten. Nach kurzer und erfrischender Dusche an einer Stauwand des Lasbaches traten die ausdauernden Wanderinnen und Wanderer die Heimreise an und waren sich einig: Es war Spitze!
Abstieg Hinterhorn
Abstieg zur Schneegrube
Text: Georg Kellermann
Fotos: Barbara Furlani, Georg Kellermann
