4. August: Von Passau zur Südwandhütte des Dachsteins
Acht Wanderbegeisterte trafen sich mit der Tourenplanerin Brigitte in Kohlbruck, um von dort aus mit dem Vereinsbus zum Dachstein (2995 m) aufzubrechen. Das regenreiche Wetter der letzten Wochen war nicht so, wie man sich das für eine Bergtour wünscht. Immerhin versprach der Wetterbericht (in allen Apps) Besserung, was er dann auch gehalten hat . Als Mensch mit wenig Bergerfahrung habe ich die Reise mit gemischten Gefühlen angetreten: Einerseits Vorfreude, andererseits RESPEKT, denn neben Kondition (bei mir eher weniger problematisch), waren auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt (was genau ist Trittsicherheit?). Absagen wollte ich aber auch nicht, ich wollte es ja wissen. Gegen 11.30 Uhr erreichten wir den Parkplatz der Dachsteinsüdwandbahn, packten und sortierten unsere Wandersachen und spazierten dann ca. 50 Minuten hoch zur Südwandhütte (1910 m). Von da aus gab es das Angebot auf den Mitterstein (2060 m) zu wandern. Einige haben das gemacht, der Regen war ja noch nicht sooo stark, kurz vor dem Gipfel änderte sich das aber, so dass wir umgekehrt sind. Ich machte erste Bekanntschaft mit rutschigen Steinen und Seilsicherungen und mein Respekt wuchs abermals. Aber hier kam die Gruppe ins Spiel: Die „Bergroutiniers“ navigierten mich nicht nur sicher über Steine und Geröll, sie waren auch sehr ermutigend und freundlich. Vielen Dank an dieser Stelle.

5. August: Von der Südwandhütte zur Adamekhütte (8,5 Stunden)
Nach dem Frühstück auf der Südwandhütte begann die anspruchsvollste Etappe mit 1400 Höhenmeter. Wir querten zunächst die Dachsteinsüdwand und stiegen auf zum „Tor“ (2029 m). Von dort erfolgte ein kurzer, aber knackiger Abstieg (bis ca. 1880 m) und eine Querung über Schotter bis unterhalb Windlegerscharte. Dann ging‘s z.T. über steile Stufen (zum Glück seilversichert) hinauf zur Scharte (2401 m), die wir dann überquerten. Ich freute mich schon, als die Hütte zu sehen war, aber das heißt ja nichts. Es ging noch lange rauf und runter – über eine große Steilstufe und Schotter. Die wunderschönen Ausblicke z.B. auf den kleinen Gosausee lassen mich aber die technischen Mühen und den Bammel vor steilen Stellen zeitweise vergessen.

6. August: Von der Adamekhütte zur Simonyhütte (8,75 Stunden)
Der Weg von der Adamekhütte (2196 m) zur Simonyhütte (2206 m) ist kurz (6,7 km), hat es aber in sich. Zunächst liefen wir hinab (Weg 614) Richtung Hoher Riedel, dann bogen wir rechts auf den Weg 650 ab und folgten diesem über ein verkarstetes Steinmeer, wir überquerten die Hosswandscharte (2197 m) und den Hohen Trog (2354 m), alles ziemlich steil und meist mit Seil gesichert. An diesem Tag hat sich die Sonne herausgewagt, das Abendessen war sehr gut und am Abend waren vor der Hütte Steinböcke zu beobachten. Volles Bergglück also.

7. August: Von der Simonyhütte zum Guttenberghaus (9 Stunden)
Nach einem sehr opulenten Frühstück ging es weiter auf den Weg 650 über die Zirbengrube in Richtung Krippenstein, der schon von weitem zu sehen war. In Oberfeld, nahe der Gjaidalm, legten wir eine kleine Pause ein, bevor wir auf dem Weg 656 und dann 616 über das Dachsteinplateau durch ein von Latschen bewachsenes Gebiet liefen, überquerten die Feisterscharte (2193 m) und gelangten zum Guttenberghaus (2146 m). Peter und Manfred machten auf dem Weg noch einen schnellen Schlenker auf den Sinabell (2344 m). In der warmen Abendsonne saßen wir schließlich auf der Terrasse des Guttenberghauses, stießen auf den Tag an und schauten den letzten Kletterern auf dem Sinabell zu.

8. August: Vom Guttenberghaus zur Dachsteinbahn (6,5 Stunden)
Mit den letzten Etappen beschäftigt man sich oft weniger, zu Unrecht, wie sich herausstellte. Der erste Teil fühlte sich leicht und locker an, wir gingen auf dem Weg 618 am Eselstein (2556 m) vorbei hinauf zur Gruberscharte (2353 m), zwischen Eselstein und Hohe Rams, über eine „Mondlandschaft“ hinauf zur Edelgrieshöhe (2505 m). Dann ging es bergab, mein lieber Schwan, über das Edelgries auf dem Weg 672. Auf dem Schild oben stand „Für Geübte“ und mir wurde sehr mulmig. Es war dann auch äußerst spannend und anstrengend: Ich schätze so 100 Höhenmeter seilversicherter Abstieg, dann gefühlt kilometerlang Geröll, mal feiner, mal weniger fein. Aber es ist alles gut gegangen, was bei mir zu regelrechter Euphorie geführt hat.

Zum Schluss ging alles ganz schnell: Austriahütte (1638 m), Parkplatz, rein in den Bus, ein Halt unterwegs, um gemeinsam zu essen. Um ca. 19.00 Uhr waren wir wieder in Passau.
Mein Fazit: Für mich war das Technik-Level völlig neu, deswegen war ich des Öfteren an meiner Grenze. Aber das ist ja nicht unbedingt schlecht, zumal mich Brigitte, Peter und die sehr harmonische Gruppe immer gut unterstützt haben, wenn es schwierig geworden ist. Deswegen war das nicht die letzte Tour!
Text: Margit
Bilder: Peter Schmid
