Anlässlich des traditionellen „Feuerbrennens“ zur Sommersonnwende machte sich eine siebenköpfige Gruppe der Sektion Passau unter der Leitung von Simon Vogl auf den Weg zur Passauer Hütte (2051 m) am Leoganger Steinberg. Jedes Jahr entzünden Mitglieder der Alpenvereinssektion Leogang und der Bergrettung zur Sommersonnwende zahlreiche Feuer entlang der Berggrate und auf den Gipfeln – ein beeindruckendes Schauspiel, das sowohl im Tal als auch auf der Passauer Hütte für eine besondere Stimmung sorgt. Für unsere Gruppe war dies der Hauptanlass, das Wochenende auf der Hütte zu verbringen.
Nach der Anreise mit dem Sektionsbus startete die Tour am Wanderparkplatz Diesbach (680 m). Der Aufstieg zur Hütte führte über den Pfannsteig und die Hochgrub, wo letzte Schneefelder bereits fast abgeschmolzen waren. Nach einer ersten Stärkung mit Kaffee und Kaiserschmarrn auf der Hütte folgte noch eine kleine Nachmittagsrunde mit Besteigung des Hochzint (2246 m) und einem Abstecher zum Melkerloch.

Beim gemeinsamen Abendessen wurden die Pläne für den nächsten Tag geschmiedet: Die Besteigung des Birnhorns bei perfekten Bedingungen. Nach Einbruch der Dunkelheit erlebte die Gruppe dann das stimmungsvolle Schauspiel der Sonnwendfeuer: Überall in der Bergwelt und vor allem rund um die Hütte leuchteten die Feuerketten auf – ein beeindruckendes Erlebnis, das man von der Terrasse der Passauer Hütte aus in vollen Zügen genießen konnte.

Am Sonntag brach ein Teil der Gruppe früh auf. Der Aufstieg führte durch das markante Melkerloch und über den anspruchsvollen Hofersteig durch die Südwand auf das 2634 Meter hohe Birnhorn. Während der abwechslungsreichen Kraxelei eröffnete sich immer wieder ein herrlicher Blick auf die umliegenden Gipfel und die immer kleiner werdende Hütte unterhalb. Am Gipfel hatte die Gruppe das Panorama für sich allein und konnte eine ausgiebige Brotzeit in der Ruhe genießen.

Beim Abstieg über die Nordseite ging es über schmale Bänder zum Kuchel nieder – und spontan wurde noch das Kuchelhorn (2507 m) mitgenommen. Nach einer kurzen Klettersteigpassage führte der Weg zurück zur Hütte, wo die letzten Kuchenstücke vertilgt wurden. Es folgte der finale Abstieg zurück zum Parkplatz. Insgesamt 2000 Höhenmeter wurden an diesem Tag bewältigt.

Nach einer erfrischenden Abkühlung in einem Nebenarm der vorbeifließenden Saalach und einer gemeinsamen Einkehr trat die Gruppe die Rückfahrt nach Passau an – erfüllt von einem intensiven Bergwochenende voller Eindrücke, Gemeinschaft und dem besonderen Zauber der Sommersonnwendnacht in den Bergen.
Text und Bilder: Simon Vogl
