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„150 Jahre DAV Passau – Mitgliederversammlung zwischen Rückblick, Herausforderungen und Vorfreude auf das Jubiläum“

  • (v. l.) Peter Hobler (Leiter der Ortsgruppe Vilshofen), Bürgermeister Andreas Rother, 2. Vorsitzender Werner Kavcic, stellvertretender Landrat Klaus Jeggle, Geschäftsführerin Nina Bauer, die Vorsitzenden Matthias Eder (Leogang) und Alexander Wimmer (Lofer), Naturschutzreferent Jonas Wagener, Schatzmeister Bernhard Pappenberger, Josef Schwaiberger (Leiter der Ortsgruppe Freyung) und der Passauer Sektions-Vorsitzende Lothar Schramm.

25.04.2025: Mit kurzen einleitenden Worten eröffnete unser 1. Vorsitzender Lothar Schramm, die diesjährige Mitgliederversammlung im Gasthaus Knott in Jacking. „Eine sicherlich denkwürdige Versammlung“, so Schramm, „steht sie doch ganz im Zeichen des Sektionsjubiläums: 150 Jahre DAV Passau.“ Er nahm die Anwesenden mit auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Sektion und verwies auf die bevorstehenden Aktionen im Jubiläumsjahr 2025, darunter der gemeinsame Sektionsausflug am 14. Juni, der DAV-Dulttag im Rahmen der Oiden Dult am 22. Juni sowie die Feierlichkeiten in der sektionseigenen Lamprechtshöhle am 2. August.

Unter den Gästen begrüßte Schramm unter anderem den Passauer Bürgermeister Andreas Rother, den stellvertretenden Landrat Klaus Jeggle sowie Bergfreunde aus den benachbarten österreichischen Sektionen Schärding, Lofer und Leogang. „Diese grenzüberschreitende Partnerschaft ist ein echter Gewinn“, bedankte sich der Vorsitzende für das rege Interesse. Klaus Jeggle überbrachte die Glückwünsche des Landkreises und würdigte die Arbeit des Alpenvereins, Menschen achtsam an die Natur heranzuführen. Auch Bürgermeister Rother schloss sich an: „Die Natur erlebbar zu machen, war eines der Gründungsziele des Alpenvereins. Mein großer Respekt gilt dem gesamten Vorstandsteam für dieses bedeutende Ehrenamt.“

Nach einer stillen Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder berichtete Lothar Schramm aus der Vorstandschaft. Mit aktuell genau 8.491 Mitgliedern verzeichnet die Sektion erneut ein Wachstum von knapp vier Prozent. „Damit steigt auch die Arbeit in der Geschäftsstelle, während die Personalsituation angespannt bleibt“, so Schramm. Die Übernachtungszahlen auf den Hütten sind stabil, wenn auch an der Kapazitätsgrenze angekommen. Die Besucherzahlen der Lamprechtshöhle bewegten sich 2024 bei 39.050 Eintritten – zufriedenstellend, wenn auch schwankend.

Sorgen bereiten derzeit die Kostensteigerungen bei der Sanierung des Lamprechtshöhlen-Gasthauses. „Die Baukosten wären explodiert, wir mussten die Reißleine ziehen und das Konzept anpassen“, erklärte Schramm. Jetzt konzentriert sich die Sektion auf die technische Erneuerung und Investitionen in Sicherheit, Beleuchtung und die familienfreundliche Gestaltung der Außenanlagen. Auch bei der geplanten Erweiterung der von-Schmidt-Zabierow-Hütte musste eine Verschiebung beschlossen werden: Wegen geänderter Förderbedingungen des Bundesverbandes wären über 600.000 Euro aus Eigenmitteln nötig gewesen – eine aktuell nicht vertretbare Belastung.

„Unsere Kernaufgabe ist der Genuss der Berge“, betonte Schramm abschließend. Mit insgesamt 36 Ausbildungskursen und 73 geführten Touren konnte die Sektion erneut zahlreichen Mitgliedern eindrucksvolle Bergerlebnisse ermöglichen.

Anschließend legte Schatzmeister Bernhard Pappenberger den Kassenbericht für 2024 vor. Trotz Ausgaben, Investitionen und der Tilgung von Darlehen geht die Sektion mit einem Kontostand von über 178.600 Euro in das Jubiläumsjahr 2025. Der Haushaltsplan 2025, der Investitionen in die Höhle und das Höhlengasthaus, den Wegebau sowie die Jubiläumsveranstaltungen vorsieht, wurde einstimmig beschlossen. „Trotz hoher Ausgaben und unter der Voraussetzung, dass unsere Planungen aufgehen, wollen wir 2025 mit einem deutlichen Plus abschließen“, zeigte sich Pappenberger zuversichtlich.

Über die Berichte aus den Ressorts – Naturschutz, Jugend, Finanzen, Bibliothek, Ortsgruppen, Sektionshütten und Lamprechtshöhle – konnten sich die Mitglieder an informativen Schautafeln informieren.

Zum Abschluss bestätigte die Versammlung Nina Bauer als Veranstaltungsreferentin und Thomas Andorfer als Kassenprüfer. Neu ins Amt gewählt wurde Maximilian Schrank als weiterer Kassenprüfer, nachdem Bernhard Peter nach 30 Jahren Kassenprüfertätigkeit sein Amt abgab. Ausbildungsreferent Andi Kainz wurde nach vier Jahren verabschiedet; sein Posten bleibt vorerst unbesetzt, bis eine Neubesetzung erfolgen kann, wird der 2. Vorsitzende Werner Kavcic die Aufgaben interimsweise erledigen.

„Danke an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer – ohne Euch wäre unsere Arbeit nicht möglich“, würdigte Lothar Schramm den großen Einsatz in allen Bereichen des Vereinslebens. Mit großer Freude schlug er schließlich die langjährige Archivarin und Schriftführerin Annemarie Burg als neues Ehrenmitglied vor. Die Versammlung nahm den Vorschlag einstimmig an.

 

… und dann kam noch ein Überraschungsgast:

Anlässlich des Jubiläumsjahres ist die befreundete Sektion Leogang aus dem benachbarten Österreich mit einer großen Delegation an Mitglieder angereist – im Gepäck ein wahrlicher Überraschungsgast: Gundula Hauser ist die Urenkelin von Johann Stüdl. Er fungierte zu Gründungszeiten des DAV als erster Vorsitzender der Alpenvereins-Sektion in Prag, der damals das heutige Arbeitsgebiet der Sektion Passau angehörte. 13 Jahre nach der Gründung der DAV-Sektion Passau (im Jahr 1875), hatte er veranlasst, dass die in Österreich liegenden Loferer und Leoganger Steinberge als Arbeitsgebiet an die Sektion Passau abgetreten wurden. Johann Stüdl gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter für die Erschließung der Ostalpen. „Was wäre die Sektion Passau ohne ihr Arbeitsgebiet in Österreich, mit den beiden Hütten und der Höhle“, lacht Markus Mayrhofer aus Leogang. Gemeinsam mit den österreichischen Bergfreunden aus Lofer und Leogang habe die Sektion Passau Geschichte geschrieben und gemeinsam die Freude an den Bergen und der Natur an die Menschen herangetragen.

Überraschungsgast aus Österreich zur Jubiläums-Mitgliederversammlung: Gundula Hauser (3.v.l.) ist die Urenkelin von Johann Stüdl, der im Jahr 1888 der Sektion Passau ihr Arbeitsgebiet in Österreich angetragen hatte – mit auf dem Bild (v. r.) 1. Vorsitzender Lothar Schramm, Karina Strobl und Markus Mayrhofer (aus Leogang) und (v. l.) Matthias Eder und Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Walter Schweitzer.

… damit nicht genug: Die Leoganger Bergfreunde hatten auch noch eine Geburtstagstorte im Gepäck:

(v.r.) Markus Mayrhofer, Gundula Hauser, Gerhard Weilguny, Matthias Eder, Lothar Schramm.