Tour des Monats August: Hinauf auf den Almberg

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Bekannt (im Winter) – und doch eher unbekannt (im Sommer)
Manche Berge, so scheint es, sind vor allem als „Skiberge“ bekannt. Die bekanntesten Beispiele sind im Bayerischen Wald wohl der Große Arber oder der Geißkopf. Aber auch der Almberg bei Mitterfirmiansreut gehört irgendwie dazu: Mit seinen 1139 m, durch seine Lage im kältesten Eck des Bayerischen Waldes und natürlich durch seine Beschneiungsanlagen ist er das schneesicherste Skigebiet im südlichen Bayerischen Wald. Doch eher wenige kennen ihn in der warmen Jahreszeit, wissen um seine ganzjährig vorhandenen Naturschätze.
Was das Auerhuhn im Arbergebiet, auf dem Geißkopf, dem Osser, im Nationalpark und auf dem Dreisesselkamm ist, das ist das Birkhuhn in den Mooren im Almberggebiet. Nur hier, wo die Wälder noch besonders einsam erscheinen, wo sie von Mooren und weiten, offenen und halboffenen Flächen durchsetzt sind, gibt es das letzte bayerische Birkhuhnvorkommen außerhalb der Alpen. Um ihren Lebensraum zu schützen, kaufte die BN-Kreisgruppe Freyung-Grafenau vor einigen Jahren ein paar dieser Flächen in unmittelbarer Nähe der Pisten auf, um sie so vor den Auswirkungen des Skibetriebs zu schützen, um zu verhindern, dass Pisten verlängert werden und das Birkhuhn seine Lebensgrundlage verliert.
Der DAV ist zwar auch Naturschutzverband, anders als der BN oder der LBV besitzt er aber – wie z.B. auch der Naturparkverein – keine eigenen Flächen. Wir Wintersportler helfen daher dem Birkhuhn am besten, wenn wir auf den Pisten und Loipen bleiben.
Doch noch sind wir im Jahreslauf nicht so weit.

Also: Was wir heute vorhaben, ist eine lange Tageswanderung (etwa 9 Stunden) in den Wäldern zwischen Mauth und Philippsreut. Eine Tour, die optimal geeignet ist für den Spätsommer, denn zumindest der erste sonnigere Abschnitt zwischen Mauth und Annathal könnte uns im Hochsommer bereits zu Beginn unserer Tour – obwohl’s bergab geht – den Wandergenuss ein wenig einschränken.
Wir starten auf dem Parkplatz am Ortsende von Mauth an der Straße nach Philippsreut. Erwähnen möchten wir, dass schräg gegenüber – auf der anderen Straßenseite (Annathaler Straße 1) – sich das „Otterhaus Bayern“ befindet. Bekannt ist es in der regionalen Naturschutzszene vor allem als Veranstaltungsort internationaler Artenschutz-Arbeitskreise, doch es beherbergt auch – wie der Name vermuten lässt – eine Ausstellung zum Thema „Fischotter“.
Wir sagen „ein andermal, sonst läuft uns Weitwanderern die Zeit weg“, queren trotzdem die Staatsstraße, folgen den Straßen „Am Goldenen Steig“ und „Birkenweg“, dann der bekanntesten Wanderwegmarkierung des Bayerischen Waldes, dem „Grünen Dreieck“, zwischen Wiesen hinunter zu Annathalmühle.
Dort angekommen, biegen wir auf die linke Teerstraße ab. Etwa 100 Meter noch, dann führt uns unsere Markierung hinauf in den Wald. Langsam, aber stetig geht’s bergauf. Als wir vor ein paar Jahren hier selbst die Gegend erkundeten, erschien uns der Mischwald für einen Wirtschaftswald auffallend naturnah. Wir hoffen, so bleibt’s.


Weiter, immer weiter geht’s hinauf, wir queren eine Forststraße, erreichen die Almerstraße, verlassen sie kurz vor der Piste – dem „Grünen Dreieck“ folgend – nach links, bis wir die Hangwiesen der Alpe erreichen, durchsteigen sie die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel.

Unten, zurück auf der Alpe, folgen wir dem „Grünen Dreieck“ weiter bis Philippsreut. Wem unsere Tour zu lang ist, der kann übrigens am Speicherbecken rechts abzweigen, den Weg zur bereits bekannten Almerstraße und die bereits bekannte Aufstiegsroute auch für den Rückweg wählen. Wer längere Rundtouren bevorzugt, der marschiere also nach Philippsreut, wählt dort kurzfristig die „Rote Runde 5“ bis zur B 12, dann den rechten Weg, die „Rote Runde 1“ und nach etwa 500 Metern die „8“, um nach etwa 800 Metern – noch vor der Klause und deren Diensthütte – rechts dem unmarkierten Forstweg zu folgen. Von nun an geht’s immer geradeaus, der Annathalmühle zu. Noch oberhalb von ihr, noch im Wald, treffen wir auf den uns bereits vom Aufstieg bekannten Waldpfad. Ihm folgen wir nun hinab und hinaus bis Annathalmühle.
Ein letzter Aufstieg bis Mauth, ein langsames Auftauchen… Vielleicht war’s heuer unsere letzte längere Tageswanderung, doch auch kürzere haben – das wissen wir – im Bayerischen Wald einiges zu bieten. Mal schaun…

Link zur Tour: www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/dav-sektion-passau-tour-des-monats-august-2021-bekannt-im-winter-220374659

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