120-Jahr-Feier der von-Schmidt-Zabierow-Hütte musste verschoben werden

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Der Wetterbericht machte uns einen Strich durch die Rechnung: Starker Regen im Tal und Schneefall auf dem Berg wurden drei Tage vor dem Jubiläums-Wochenende vorausgesagt. Bei diesen Verhältnissen hätte eine Jubiläumsfeier mit Bergmesse wohl keinen Sinn gemacht. Die Musikkapelle Lofer, die die Bergmesse musikalisch begleitet hätte, hat auch abgesagt. Die Musikanten wollten ihre Instrumente bei Regen und Schneefall nicht den Berg hinauf und wieder hinuntertragen, wofür wir volles Verständnis hatten. Und auch viele der eingeladenen Gäste wären bei diesem Wetter wohl nicht zur Hütte aufgestiegen. Nach Rücksprache mit unserer Hüttenwirtin Käthi Filzer-Meiberger und dem Kapellmeister der Musikkapelle haben wir den Entschluss gefasst, die Feier auf den 18. und 19. Juli 2020 zum verschieben. Da unsere Hütte an den restlichen Septemberwochenenden bereits restlos ausgebucht war, kam ein Termin noch in diesem Jahr nicht mehr in Frage. 

Allerdings: So ganz „sang- und klanglos“ wollten wir das denkwürdige Ereignis unserer Hütteneinweihung am 9. September 1899, also vor genau 120 Jahren, auch nicht vorüberziehen lassen. Dazu kam, dass „d’Hoabergmusi’’ – drei Musikanten, die auch Mitglieder unserer Ortsgruppe Rainding sind – ihre schweren Instrumente (Ziehharmonika, Tuba und Posaune) noch vor Bekanntwerden des schlechten Wetterberichtes mit einem Hubschrauber-Versorgungsflug  auf die Hütte transportieren ließen. Geplant war, dass „d’Hoabergmusi“ beim Hüttenabend zünftig aufspielt. Geplant war auch, das neue Winterbiwak, das gerade erst fertiggestellt wurde, einzuweihen. Mehrere Gründe also, dass eine kleine Gruppe trotz des angekündigten schlechten Wetters sich auf den Weg zur Hütte machte: Neben den drei d’Hoaberg-Musikanten, Matthias und Maximilian Eichlseder und Andreas Sigl, Prof. Dr. Walter Schweitzer, Bernhard Pappenberger, Ernst Ertl, Stefan und Melitta Schmöller, Hermine Sukienik und Fritz Böhm. Auf der Hütte gestellten sich dann noch der 1. Vorsitzende der Sektion Waidring, Norbert Schwaiger und Christian Deutinger sowie von der Sektion Lofer Arno Stainer hinzu. Eine kleine Gruppe also, die hier zu einem „kleinen Sektionstreffen“ zusammenkam. 

Eines kann festgestellt werden: Dieser Hüttenabend wurde dem Anlass mehr als gerecht! Käthi und ihr Team bereiteten ein vorzügliches Essen, „d’Hoabergmusi“ spielte auf mit Temperament und Virtuosität, es wurde getanzt und gesungen bis weit nach Mitternacht. Eine unvergesslicher Abend, den alle, natürlich auch die Hüttenmannschaft, genossen. 

Den Auftakt aber bildete die feierliche Eröffnung des Winterbiwaks. Dazu schrieb Walter Schweitzer an Wilfried Filzer, dem Ehemann unserer Hüttenwirtin und Architekt des Biwaks: „…Bei dieser Gelegenheit haben wir auch das Biwak mit einer kleinen Feier eröffnet und ich habe dort auch in einer geschmackvollen Einrichtung die erste Nacht verbracht. Ich möchte dir zu dem wirklich gelungenen Entwurf und der handwerklichen Umsetzung gratulieren und dir ganz persönlich herzlich dafür danken – auch für das Türschild, auf das ich natürlich ein wenig stolz bin.“ Auf dem Türschild steht nämlich: „Walter Schweitzer Biwak“. Als Walter Schweitzer im Januar seinen 75. Geburtstag feierte, bat er darum, von materiellen Geschenken Abstand zu nehmen. Der 2. Vorsitzende Lothar Schramm überreichten ihm dann eine Planzeichnung der kleinen Hütte, die auf Beschluss der weiteren Vorstandsmitglieder den Namen unseres langjährigen 1. Vorsitzenden tragen sollte. Ein Geschenk, dass ihn sichtlich berührte und freute. 

Und das Wetter an diesem Wochenende? Es war kalt und es regnete beim Aufstieg nur ganz leicht, es gab eine geschlossene, dunkle, dicke Wolkendecke aber keinen Schnee auf dem Berg!

So war es am Sonntag morgen auch noch möglich, das Hinterhorn zu besteigen und das neue Gipfelkreuz zu besuchen. Auch dafür hat sich Walter Schweitzer bei dem „Schöpfer“ des Gipfelkreuzes, Adi Stocker, in einem E-Mail bedankt. Er schrieb:  „…haben Bernhard Pappenberger, unser Hüttenreferent Ernst Ertl und ich am Sonntagvormittag das Hinterhorn bestiegen und das wirklich sehr gelungene neue Gipfelkreuz bewundert. Dein toller Entwurf ist auch handwerklich meisterlich umgesetzt worden – dafür nicht nur dir ein herzliches Dankeschön, sondern auch der ausführenden Firma, aber auch deinem Sohn, der dabei mitgearbeitet hat. Auch das fachgerechte Aufstellen war sicher viel Arbeit – auch dafür ein Dankeschön. Wir alle, auch der Sponsor, können auf dieses Werk stolz sein, das die Bergsteiger auf dem Gipfel empfängt.“

Der Abstieg am Sonntag Nachmittag war jedoch zeitweise eine Wasserschlacht: Es goss aus vollen Kübeln! Durchnässt, trotz Regenschutz, kamen die „Unentwegten“ im Loferer Hochtal an. Nach diesem Regenabstieg waren wir aber auch froh, die eigentliche Feier verschoben und damit allen anderen, die daran teilgenommen hätten, diesen nassen Abstieg erspart zu haben. 

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