Frühling in den Bergen, eine naturkundliche Wanderung im Chiemgau

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Aufgrund des wechselhaften und kalten Wetters war es bis kurz vor dem Termin fraglich, ob die naturkundliche Wanderung in den Chiemgauer Alpen heuer stattfinden kann. Aber der Wettergott war gut gesonnen und so startete die Gruppe bei herrlichem Sonnenschein am 19.05.2019 um 6:30 Uhr von der Geschäftsstelle mit dem Sektionsbus in Richtung Chiemgau, der neuen Heimat unseres Tourenführers Hans Jehl.

Bereits bei der 2-stündigen Fahrt war die Stimmung bestens und die Wanderer freuten sich auf einen erlebnisreichen Tag. Am vereinbarten Treffpunkt in Staudach-Egerndach trafen die Naturkundler Hans und den Rest der Gruppe, die nun mit 12 Teilnehmern vollständig war. Zunächst ging es gemeinsam zum Ausgangspunkt der Tour nach Raiten (561 m) im Tal der Tiroler Ache.

Hans berichtete über seine Arbeit im Schutzwaldmanagement, wie z.B. die umfangreichen Pflanzungen in stark verlichteten Bergwäldern an steilen Hängen, aber auch über neuartige und besorgniserregende Erscheinungen in unseren Wäldern, wie das Eschentriebsterben. Diese durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz verursache Krankheit befällt sowohl junge als auch alte Bäume, die dann innerhalb weniger Wochen absterben. Auch während unserer Wanderung machte Hans immer wieder auf die befallenen Bäume aufmerksam.

Über einen schmalen Steig gelangte die Gruppe zum ersten Zwischenhalt auf der Heinzen- Alm (782 m).

Der erste Exkursionspunkt, die Heinzenalm. Im Hintergrund Zwillingswand und Teufelsturm

Unter Beobachtung der im Schatten dösenden Kuhherde erzählte Hans über Projekte und Maßnahmen der EU, wie die Naturschutzinitiative Natura 2000. Mit der Ausweisung von sog. FFH-(Fauna-Flora-Habitat) und SPA-Gebieten (Special Protected Areas = Vogelschutzgebiete) soll ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der natürlichen Biodiversität geleistet werden. Geschützt werden natürliche und naturnahe Lebensräume mitsamt ihrer typischen Tier- und Pflanzenwelt.

Über diese wunderschöne Landschaft gibt´s viel zu erzählen

Weiter ging es dann auf einem schmalen Weg, der immer wieder versperrt war von umgedrückten und umgebrochenen Fichten, vorbei an Breitwand und Zwillingswand Richtung Chiemgauer Hochplatte (1586 m). Der außergewöhnlich schneereiche Winter 2018/19 hat in den Bergwäldern vielerorts deutliche Spuren hinterlassen! Nach etwa drei Stunden erreichten die Wanderer den höchsten Punkt der Exkursion oberhalb der Alm Oberauerbrunst (ca. 1250 m), wo sie einige Zeit verweilten. Durch die wunderschöne Aussicht war auch diese Pause ein Höhepunkt der Wanderung.

Eine Rast am höchsten Punkt mit herrlicher Aussicht…

… nach Osten Richtung Berchtesgadener Alpen und Loferer Steinberge, …

… zum Geigelstein mit seinen Nachbargipfeln …

… und das Achental mit Wildem Kaiser und Kitzbüheler Alpen im Hintergrund.

Beim Abstieg über die Alm konnte eine große Blumenvielfalt bestaunt und kennen gelernt werden.

Artenreiche Almweiden auf der Oberauerbrunst…

Es gab Enziane, Kugelblumen, Hufeisenklee und Berg-Hahnenfuß zu entdecken.

… mit Stengellosem Enzian und Aurikel

Während einer kurzen Rast bei der urigen Almhütte konnten alle den Ausblick auf Geigelstein (1808 m), Wilden und Zahmen Kaiser (2344m / 2002 m)bei Kaffee und Kuchen genießen und auf sich wirken lassen.

Weiter ging der Abstieg durch wunderschöne und artenreiche Bergwälder mit Maiglöckchen, Zahnwurz und Leberblümchen, zurück ins Tal der Tiroler Ache.

Blütenvielfalt Kugelblumen, Mehlprimeln, Enziane und Hufeisenklee

In der Ökoregion Achental werden viele Wiesen noch extensiv bewirtschaftet, deshalb kann man dort noch die gelb blühenden Trollblumen, rosa Mehlprimeln und violette Knabenkräuter entdecken – Arten, die leider aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft mittlerweile vielerorts verschwunden sind!

Zurück im Achental werden noch artenreiche Feuchtwiesen begutachtet…

… mit Knabenkräutern, …

… Trollblumen…

… und Sibirischen Schwertlilien

Den lehr- und erlebnisreichen Tag schloss die Gruppe mit einem Besuch des gemütlichen Biergartens am Segelflugplatz in Unterwössen ab und waren sich einig, dass ohne die fachkundigen Hinweise und Ausführungen von Hans viele Besonderheiten und Schätze der Natur auf diesem Weg übersehen worden wären.

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