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Wanderung nach Dobra und Säumermoor

Das Säumermoor im weiten Tal der Warmen Moldau in Böhmen war das Ziel einer Tageswanderung der Alpenvereinsortsgruppe Freyung. Tourenführer Max Pauli startete mit der Wandergruppe vom Parkplatz vor dem Haidmühler Grenzübergang. Zu Fuß und teilweise mit dem Zug ging es durch die bereits herbstlich gefärbte Landschaft des Böhmerwaldes bis zur Ortschaft Dobra (Guthausen). Dieser Ort zieht sich 4 km der Straße entlang und es gibt hier eine Besonderheit, sämtliche Häuer dieser Ortschaft befinden sich auf der rechten Seite der Straße, die einzige Ausnahme bildet das Schulhaus, es ist das einzige Gebäude auf der linken Seite.

Von der Ortsmitte aus folgte die Gruppe einem Wanderweg zur Moldau.

Die Moldau unterhalb Dobra

Auf einer stabilen Holzbrücke gelangte man auf die andere Seite des Flusses, hier gibt es noch zwei alte Betonbunker.

Auf der Moldaubrücke

Dies sind Reste der Grenzbefestigungen, die von den Tschechen 1937/38 errichtet wurden um ihre Grenze gegen Deutschland zu sichern.

Bunker der alten Kriegsbefestigungen

Der Wanderweg führt weiter der Moldau entlang bis zur Säumerbrücke.Hier war früher eine Raststation des Goldenen Steiges und ist heute ist der Ausgangspunkt für die beliebten Kanutouren auf der Moldau bis hinunter zum Moldaustausee.

Nach einer gemütlichen Mittagspause folgte dann die Wanderung auf dem vor einigen Jahren angelegten Naturlehrpfad durch das 85 Hekter große Säumermoor.

Im Säumermoor

Auf mehreren Schautafeln und in einem Prospekt gibt es viele Informationen über dieses Gebiet. So ist beispielsweise zu lesen, dass dieses Hochmoor nach dem Ende der letzten Eiszeit, also vor etwa 10.000 Jahren entstanden ist und die Torfschicht teilweise fünf Meter dick war. Torf war bereits seit Jahrhunderten ein beliebtes Heizmaterial, das beim „Torfstechen“ gewonnen wurde. Vorher musste allerdings das betreffende Gebiet durch die Anlegung von Entwässerungsgräben trockengelegt werden. Dadurch wurde jedoch das bis dahin funktionierende Ökosystem zerstört. Als ab 1970 Torf in größerem Ausmaß auch maschinell abgebaut wurde schien das Schicksal dieses Naturjuwels besiegelt, doch im Jahre 2000 begann man mit der Renaturierung. Die Entwässerungsgräben wurden wieder verfüllt und das Wasser stieg rasch bis zur Torfoberfläche an. Verschiedene andere Maßnahmen sollten die Torfbildung wieder beleben und heute sieht man bereits dass allmählich Flächen mit Torfmoos, der wichtigsten Pflanzenart zur Torfbildung, entstehen. Die Torfschicht wächst aber auch unter günstigsten Verhältnissen nur einige Millimeter im Jahr und so wird es sehr lange dauern, bis sich das Moor von den Eingriffen der Menschen wieder erholt.

Nach dieser interessanten Moorwanderung ging die Gruppe wieder zurück nach Dobra, wo eine Schotterstraße in mäßiger Steigung bergauf auf über Sattel und von dort nur mehr bergab nach Stozec (Tusset) führte. Eine Einkehr im Gasthaus zur Forelle beschloss diesen schönen Ausflug nach Böhmen. Die letzte Strecke hinaus zur Grenze wurde kraftsparend mit dem Zug zurückgelegt.

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