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Wanderwoche vom 16. – 22.08.2015 auf dem Lasörling-Höhenweg

Auf dem Lasörling-Höhenweg

Der Lasörling-Höhenweg im österreichischen Osttirol war das Ziel der Wanderwoche, die die Wanderführerin Marita Schiller auch in diesem Jahr wieder für die Mitglieder der Alpenvereins-Ortsgruppe Freyung organisiert hatte.
Nicht so sehr bekannt, dafür aber auch nicht so überlaufen, ist diese Region im Nationalpark Hohe Tauern mit seinen stillen Almböden, steingefüllten Karen und verträumten Bergseen. Einer der Höhepunkte dieser Wanderwoche war auf jeden Fall die Besteigung des Dreitausenders Lasörling im Zentrum dieses Gebirgszuges.

Die 300 Kilometer lange Anfahrt zum Ausgangspunkt der Wandertage nach Matrei verlief für die 12 Bergfreunde ohne Probleme. Nach knapp drei Stunden Aufstieg vom Parkplatz Guggenberg war die Zunigalm (1855m) erreicht (Bild unten), wo die Wanderführerin für die Gruppe das erste Nachtquartier reserviert hatte.

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An diesem ersten Tag reichte die Zeit noch für eine Wanderung zum Zunigsee, einem grünen Bergsee und überragt vom Kleinen Zunig (2443 m), der beim Rückweg zur Hütte von einem Teil der Wanderfreunde noch bestiegen wurde. Auf der Zunigalm wurde die Gruppe von der Almbäuerin „Moidl“ und ihrem Team bestens versorgt.

Der zweite Tag war bereits als langer Wandertag eingeplant. Auf dem Weg durch bewaldete Hänge und um Bergnasen herum, wuchsen besonders viele Pilze. Schade, dass die vielen, schönen „Dobernigl“ nicht mitgenommen werden konnten!
Die Arnitzalm, 1848 Meter hoch gelegen (Bild unten), gilt als eine der schönsten Almen Tirols und war nach rund einer Stunde erreicht.

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An einem steilen Hang stehen die urigen, aber gut gepflegten Almhütten, auf denen von den Bauern die Almwirtschaft noch immer in ihrer traditionellen Form betrieben wird. Später kamen die Freyunger Bergfreunde noch am idyllisch gelegenen , von Lärchen umgebenen Lackensee vorbei (Bild unten).

Lackensee

Eine gute Stunde später erreichten wir die die gut ausgestattete und privat geführte Zupalseehütte (2350m, Bild unten) bei der wir eine Rast einlegten und uns sehr wohl fühlten.

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Auf der nächsten Hütte, der Lasörlinghütte (2350 m), die wir nach drei Stunden erreichten waren zwei Übernachtungen eingeplant. Der Weg führte zunächst um einen Kammausläufer herum in das Steinkaas, einem Hochkar mit mehreren Bachläufen und kleinen Seeaugen. Nach Überwindung einer Anhöhe kam die Lasörlinghütte mit ihrem – recht ungewöhnlichen – achteckigen Grundriss ins Blickfeld. Es hatte inzwischen leicht zu regnen begonnen und alle waren froh, wieder unter einem schützenden Dach zu sein.
Als sich am Nachmittag das Wetter wieder gebessert hatte, wurde beschlossen eine Bergwanderung zur Bergerscharte zu unternehmen. Hier zeigte sich, dass es in diesem Gebiet auch durchaus anspruchsvolle Anstiege gibt. Denn die 540 Höhenmeter Anstieg zu dieser Scharte waren am Schluss nur unter Zuhilfenahme der angebrachten Stahlseile zu schaffen.

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Die Besteigung des Lasörling (3098 m, Bild oben im Hintergrund) stand am nächsten Tag auf dem Programm und galt als der Höhepunkt der Wanderwoche. Bis zum Wandfuß ging es noch auf steinigen Pfaden bergauf, doch dann begann der anstrengendste und schwierigste Teil des Aufstieges. Eine lange und steile Blockhalde, die viel Kraft und besondere Aufmerksamkeit erfordertete, musste überwunden werden. Nach der Querung einer abschüssigen Wand im oberen Teil und leichter Kletterei war schließlich der Gipfel erreicht. Vier Stunden hatte der gesamte Aufstieg von der Hütte bis zur Bergspitze gedauert, dabei hatten wir 800 Höhenmeter hinter uns gelassen.Leider hüllte sich der Gipfel in Nebelschwaden, so dass sich die Freyunger Alpenvereinsmitglieder nicht an der vielgerühmten Lasörling-Panoramasicht erfreuen konnten (Bild unten).

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Es blieb aber glücklicherweise trocken und so konnten unter größter Vorsicht beim Abstieg alle Tourenmitglieder wieder wohlbehalten die Hütte erreichen und einen gemütlichen Abend in der Hütte verbrachten (Bild unten).

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Mit dem Weg von der Lasörlinghütte zur Neuen Reichenberger Hütte (2586m) stand am fünften Tag die längste Etappe der Wanderungen auf dem Plan. Drei hohe Scharten waren zu überschreiten und ebenso oft ging es auf der anderen Seite wieder steil hinunter. Der erste Aufstieg verlangte gleich vollen Einsatz, denn die Route verlief in einer steilen Rinne, über lockeres Gestein hinauf zum Prägrater Törl (2846 m). Über welliges Gelände und einen steilen Aufstieg erreichten wir die Höhe 2753. Auf der anderen Seite führte der Bergpfad wieder steil hinab in den Talkessel des Kleinbachbodens, wo eine längere Mittagspause geplant war, doch Aufziehende Regenwolken zwangen die Gruppe den Regenschutz über zu ziehen und weiterzugehen. So erfolgte der Anstieg zur Roten Lenke (2794 m) bei strömendem Regen, der jedoch an der höchsten Stelle der Wanderung allmählich wieder aufhörte und so war beim Abstieg zur Neuen Reichenberger Hütte (Bild unten) die Kleidung schon wieder fast trocken. An diesem Tag war die Wandergruppe insgesamt 7 ½ Stunden unterwegs.

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Am vorletzten Tag der Wanderwoche wanderte die Gruppe zunächst auf den Bachlenkenkopf, auch „Venedigerblick“ genannt. Auf diesem Berg, 2759 Meter hoch, hatte man tatsächlich einen herrlichen Blick auf Großvenediger und Großglockner mit ihren Trabanten (Bild unten).

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Zurückgekehrt zur Hütte ging es nur mehr bergab, wobei uns zur Linken der wildgezackte Panargenkamm begleitete. Es folgte das Dabertal, ein tief eingekerbtes V-Tal in dessem Grund sich auch jetzt im Hochsommer noch viele Schneereste von den winterlichen Lawinenabgängen befinden. Der Weg führte auf der rechten Talseite teilweise recht exponiert am Hang entlang, um sich schließlich in vielen Kehren in den Talboden hinab zu senken wo sich die Gewässer vom Dabertal und Umbaltal zur jungen Isel (Bild unten, Iselbrücke, dahinter Rötspitze mit 3496m) vereinigen.

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Eine kurze Wanderung im Umbaltal aufwärts war noch erforderlich, dann war die Clarahütte (2038m, Bild unten) erreicht, der letzte Übernachtungsort dieser Wanderwoche. Dieses Unterkunftshaus hat bereits im Jahre 1872 ein Prager Geschäftsmann errichten lassen, er hat bestimmt, dass das Haus den Namen seiner Frau Clara erhält. Eine Lawine zerstörte im Jahre 2012 den größten Teil des Gebäudes. Die jetzige Besitzerin, die AV-Sektion Essen hat die Hütte mit einem Aufwand von über einer Million Euro lawinensicher –wie man hofft –wieder aufgebaut.

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Mit dem nächsten Morgen war ein schöner Sommertag angebrochen als wir zur letzten Etappe starteten. Immer der Isel entlang waren bald die Umbalfälle erreicht (Bild unten). Hier bieten viele Aussichtsplattformen die Möglichkeit die in vielen Kaskaden hinabstürzenden Wassermassen der Isel zu bestaunen.

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Unterhalb der Fälle brachte ein Hüttentaxi (wir warten auf das Taxi, Bild 1 unten)die Gruppe durch das Virgental hinaus nach Matrei, wo die Rundtour begonnen hatte (Bild 2 unten).

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Für die Teilnehmer endete damit wohlbehalten eine siebentägige Wanderung durch eine wunderschöne Bergregion. Die harmonische Gruppe hat viele wunderschöne, neue Eindrücke mitgenommen und beim abendlichen Beisammensein kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz.
Max Pauli, der Vorsitzende der Alpenvereinsortsgruppe Freyung, bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei der Wanderführerin Marita Schiller für die sorgfältige Planung und Organisation der Tour und schloss mit dem Wunsch, die Wanderführerin möge im kommenden Jahr wieder eine derart interessante Wanderwoche ausarbeiten und anbieten.

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