Wandern in den Bergen zwischen Kreuth und Tegernsee!

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Die Gipfel  in den Bayerischen Voralpen südwestlich vom Tegernsee erreichen zwar „nur“ eine Höhe von maximal 1700 Meter, doch zeigte sich bei einer von der Alpenvereins-Ortsgruppe Freyung durchgeführten Wochenendtour, dass auch bei vermeintlich harmlosen Gipfelbesteigungen ab und zu alpine Kenntnisse erforderlich werden.

Mit 17 Bergfreunden startete Tourenführer Max Pauli bei bestem Wanderwetter vom Parkplatz Winterstube/Kreuth aus zu dieser Zweitagestour. Der Weg verlief zunächst dem Schwarzenbach entlang und führte dann nach links einem steilen Hang aufwärts zur Buchsteinhütte, die nach einem einstündigen Fußmarsch erreicht war. Es ging aber gleich weiter auf einem ziemlich mühsamen Bergpfad hinauf zur Tegernseer Hütte, 1650 Meter hoch gelegen. Wie ein Adlerhorst thront diese kleine Hütte in der Scharte zwischen Ross- und Buchstein. Inzwischen war es bereits Mittag geworden und es stand eine längere Pause auf dem Programm.

Frisch gestärkt machte sich die Gruppe an die Besteigung des Roßsteins (1698m, Großbild oben), der Aufstieg war stellenweise mit Drahtseilen versichert. Nachdem man die Aussicht ausgiebig genossen hatte, wollte man über die andere Bergseite zu den Roßsteinalmen weitergehen. Die Spuren wurden allerdings immer spärlicher und hörten schließlich ganz auf. Deshalb wanderte die Gruppe wieder zurück zum Gipfel, stieg zur Tegernseer Hütte ab und wanderte auf einem sicheren Steig weiter zu den Roßsteinalmen.

In der Nähe dieser Almhütten sah man große Bestände des Ungarischen Enzians, die in voller Blüte standen. Das Weidevieh verschmäht die bis zu 60 cm hohen Pflanzen und sie können sich ungehindert entwickeln. Diese Enzianart ist streng geschützt und die rotvioletten Blütenstände boten einen herrlichen Anblick.

Der Weiterweg auf dem Almgelände gestaltete sich immer schwieriger, denn das Weidevieh hatte die durchnässten Wiesen durch ihre Tritte in große Morastflächen verwandelt. Und dann tauchte plötzlich eine weitere Schwierigkeit auf. Eine rund hundert Meter hohe Felswand versperrte den Weg. An den Markierungen war zu sehen, dass der Weg durch die Steilwand nach oben führt und das Schild „Nur für Geübte“ ließ den Adrenalinspiegel der Gruppe nach oben schnellen. Einige erkundeten den Aufstieg und konnten Entwarnung geben. Mit Vorsicht war der Aufstieg an der gut gestuften Wand zu schaffen und oben ging es wieder ganz normal weiter. Kurze Zeit später war dann die Lenggrieser Hütte erreicht, wo der Tourenführer bereits die Übernachtungsplätze für seine Gruppe reserviert hatte.

Am nächsten Morgen war kurz nach 8.00 Uhr Abmarsch von der Hütte. Das Seekarkreuz-ein baumloser Hügel-war das erste Ziel der Wanderung. Dann ging es weiter zu den drei Kampen. Spitz-Auer-und Ochsenkamp bilden einen langen Bergrücken, um die 1600 Meter hoch, die Überschreitung war im Tourenprogramm vorgesehen. Wie bereits am Vortag, stand man wieder vor einer ca. 100 Meter hohen Steilwand. Zehn Mitglieder der Gruppe wagten den Aufstieg, der Rest der Gruppe wanderte am Bergfuß entlang zum Hirschtalsattel, wo sich die beiden Gruppen wieder treffen wollten. Beim Aufstieg auf den Bergrücken gab es manche schwierigen Stellen zu überwinden, aber als die Hochfläche erreicht war, ging es ohne viel Mühe weiter zum Ochsenkamp. Hier erwartete die Wanderer eine phantastische Rundsicht über den Tegernsee und unzählige Gipfel.

Der Abstieg war steil, aber ungefährlich und am Hirschtalsattel war die gesamte Gruppe wieder vereint. Es folgte ein fast zweistündiger Marsch auf Wald-und Schotterstraßen hinaus zum Parkplatz und alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass sie zwei wunderschöne Tage in einer herrlichen Bergwelt erlebt hatten.

 

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