Geschichte

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Es war der 7. Januar 1875, als der kgl. Bezirksingenieur Josef von Schmidt-Zabierow zusammen mit 16 begeisterten Bergsteigern die Sektion Passau des damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenvereins gründete. Schmidt-Zabierow war nicht nur die treibende Kraft bei der Gründung der Sektion, er wurde auch von der Gründungsversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er übte dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1904 aus.

Bereits im Jahre 1888 ging der größte Wunsch der Sektion in Erfüllung: Der 1. Vorsitzende der Sektion Prag, Johann Stüdl, schreibt „der verehrlichen Schwesternsektion Passau“, dass seine Sektion bereit ist, die Arbeitsgebiete Loferer und Leoganger Steinberge an die Sektion Passau abzutreten. Mit großem Einsatz ging die Sektion an die Aufgabe, am Birnhorn in den Leoganger Bergen eine Schutzhütte zu errichten. Bereits am 23.7.1892 wurde die Hütte eröffnet und auf den Namen „Passauer Hütte“ getauft. Nachdem die finanziellen Mittel es erlaubten, wurde im Jahre 1898 auch mit der Erschließung der Loferer Steinberge begonnen. Die neue Hütte sollte in 1966 Meter Höhe auf der Oberen Wehrgrube entstehen. Die Einweihung fand am 9.9.1899 statt. Um die großen Leistungen des Sektionsgründers und 1.Vorsitzenden zu würdigen, wurde die Hütte „Von Schmidt-Zabierow Hütte“ genannt.

Noch im gleichen Jahr nimmt die Sektionsführung eine weitere Aufgabe in Angriff. In der Nähe von Weißbach, im Arbeitsgebiet der Sektion, wurde die seit Jahrhunderten bekannte Höhle „Der Lamprechtsofen“ (ugs. Lamprechtshöhle) gepachtet. Die Höhle sollte zum Teil als Schauhöhle erschlossen und ausgebaut werden. Erschließungspläne wurden entworfen und umgesetzt. Am 30.7.1905 wurde der Schauhöhlenbetrieb Lamprechtsofen in feierlichem Rahmen eröffnet. Neben vielen Besuchern aus der Talregion waren auch 22 Mitglieder der Sektion Passau angereist. Am 24.7.2005 feierte die Sektion das 100 jährige Jubiläum des Schauhöhlenbetriebs in einem würdigen Rahmen. Etwa 1,7 Mio. Besucher kamen in diesen 100 Jahren in die Höhle. Große Erfolge konnten auch die Höhlenforscher verzeichnen. Ca. 56 km Gänge und Schlürfe wurden bisher schon erforscht und skizziert. Polnische und Salzburger Höhlenforscher fanden auch einen Durchstieg vom Ebersberger Kar in ca. 2200 m Höhe bis hinunter zum Höhleneingang. Die Lamprechtshöhle ist damit eine der weltweit größten Durchgangshöhlen. Die Sektion bietet laufend auch geführte Touren durch den Forscherteil der Höhle an.

Viele bedeutende Männer führten die Sektion durch die Jahre. Nach Josef v. Schmidt-Zabierow kam von 1904-1914 Prof. Bayberger, von 1914-1916 Rechtsanwalt Hörtreiter, von 1916-1929 Prof. Dr. Happel. Eine sehr lange Zeit führte der Arzt Dr. Schraube die Sektion, von 1929-1945 und von 1948-1959. Zwischenzeitlich, von 1947-1948 war Domkap. Dr. Poxrucker 1. Vorsitzender. Seit 1959 leitete Dir. Otto Peppel die Sektion. Unter seiner Führung nahm die Sektion einen großen Aufschwung. Im Jahre 1987 übergab Otto Peppel den Vorsitz an OSt.Dir. Ludwig Rieger, der die Sektion bis 1995 leiten konnte. Seit dieser Zeit führt der em. Präsident der Universität Passau, Prof. Dr. Walter Schweitzer die Sektion Passau. Mit über 5000 Mitgliedern ist die Sektion inzwischen eine der größeren Sektionen in Bayern. Die in den letzten Jahren in Angriff genommenen notwendigen Um- und Ausbauten, sowie der ökologische Umbau beider Hütten erfordern viel finanzielle Mittel, aber auch großen persönlichen Einsatz der Vorstände und Beiräte. So lange es diese Idealisten gibt, wird die Sektion auch in Zukunft erfolgreich sein.