Sektionstreffen und Bergmesse auf der von-Schmidt-Zabierow-Hütte

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Trotz des schlechten Wetters ließen sich Mitte September viele Bergsteiger nicht abhalten, zum Sektionstreffen der Sektion Passau des Deutschen Alpenvereins auf die von-Schmidt-Zabierow-Hütte (1963 m) in imposanter Bergumgebung in den Loferer Steinbergen aufzusteigen.

Bereits am Samstag waren Bergsteiger aus Passau und den Talgemeinden auf die Hütte mit der Absicht gewandert, einen der Berge in der Hüttenumgehung zu besteigen, den neuen Klettersteig „Wilder Hund“ (der den bereits seit Längerem bestehenden Klettersteig „Nacketer Hund“ am Südostgrat des Mitterhorns mit 2504 m ergänzt) zu begehen oder erste Erfahrungen im Klettersteiggehen an der neuen Klettersteigschule zu sammeln, die an der Felswand gegenüber der Hütte eingerichtet wurde. Leider verhinderte der Dauerregen diese Tourenpläne. Entschädigt wurden die Besucher durch einen zünftigen Hüttenabend mit munteren Weisen, gespielt von einigen Mitgliedern der Musikkapelle St. Martin bei Lofer. Dieser unterhaltsame Abend, der erst einige Zeit nach der offiziellen Hüttenruhe um 22 Uhr endete, beschloss den ersten Teil dieses Bergwochenendes in den Loferer Steinbergen.

Den Höhepunkt des Sonntages bildete der Berggottesdienst vor der Hütte, der in diesem Jahr erstmals von Pfarrer Dr. Franz Haringer, Regens des Priesterseminares St. Stephan in Passau, zelebriert wurde. Die Musiker aus St. Martin bei Lofer, an der Spitze Obmann Martin Schmiderer, spielten unter der Leitung von Kapellmeister Ian Calderwood die Deutsche Messe von Franz Schubert.

Bei seiner Ansprache vor dem Gottesdienst begrüßte der 1. Vorsitzende der Sektion Passau, Prof. Dr. Walter Schweitzer, die langjährige Hüttenpächterin Katharina Filzer-Meiberger zusammen mit ihrem Ehemann, Architekt Wilfried Filzer, der als Projektant die Umbau- und Renovierungsarbeiten auf der Passauer Hütte (2033 m) in den gegenüberliegenden Leoganger Steinbergen leitet. Schweitzer dankte beiden für die nun schon fünfzehn Jahre andauernde gastfreundliche Bewirtschaftung der Hütte. Der 1. Vorsitzende der Sektion Passau bedankte sich aber auch bei der Gemeinde Lofer, beim Tourismusverband Salzburger Saalachtal und bei der Gemeinde St. Martin, die durch Bürgermeister Leitinger und Altbürgermeister Ernst Demel vertreten war, für die finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung der neuen Klettersteigschule und der Erweiterung des Klettersteigs. Auch die Sektionen Lofer und Waidring des Österreichischen Alpenvereins und die Bergrettung aus Waidring waren bei der Feierstunde vertreten; auch ihnen wurde für die Unterstützung bei der Hüttenbewirtschaftung gedankt. Der Vorsitzende lobte aber auch die Arbeit des Sektionshüttenwartes Ernst Ertl, der für die kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Hüttenwirtin und den verschiedenen Einrichtungen in der Talregion sorgt. Er erwähnte außerdem, dass der 2. Vorsitzende der Sektion Passau, Rudi Schmid, der die Teilnehmer aus Passau begleitete, vor 45 Jahren seine Ehefrau auf der von-Schmidt-Zabierow-Hütte kennenlernte.

Berichtet wurde vom Wassermangel insbesondere in der Sommersaison 2013, in der für viel Geld zusätzliches Wasser mit dem Hubschrauber auf die Hütte geflogen werden musste (die Hütte ist auf Regenwasser angewiesen, das in Tanks gesammelt werden muss). Abhilfe könnte hier eine Quelle schaffen, die in einer Höhle in der Großen Wehrgrube ca. 1,5 km von der Hütte entfernt von einer Frankfurter Höhlenforschergruppe gefunden wurde. Der 1. Vorsitzende: „Eine Quelle im Karstgebirge grenzt fast an ein Wunder. Nach Beobachtung der Ergiebigkeit der Quelle könnten mit einer provisorischen Wasserleitung zusätzliche kostenaufwändige Investitionen in die Vergrößerung der Wassertanks eingespart werden“.

Der Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Haringer, hinterließ bei den Teilnehmern an diesem Sektionstreffen einen bleibenden Eindruck. In seiner Predigt zum Sonntag der Kreuzerhöhung betonte er, dass der Kreuzestod Jesu eine Extremsituation darstelle, mit der sich auch Bergsteiger bei ihrem Sport immer wieder konfrontiert sähen. Zum Abschluss erteilte Pfarrer Haringer der Klettersteigschule und dem neuen Klettersteig „Wilder Hund“ den kirchlichen Segen. Beim Abstieg in das Loferer Hochtal waren sich alle einig; „Wir haben trotz des misslichen Wetters ein eindrucksvolles Sektionstreffen miterlebt, das wir in guter Erinnerung behalten werden“.

Bilder vom Sektionstreffen 2014

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