Festakt und Bergmesse zur Feier der Umbauarbeiten auf der Passauer Hütte

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Die Sektion Passau des Deutschen Alpenvereins (DAV) feierte am 10. Juli 2016 auf der Passauer Hütte (2051 m) in den Leoganger Steinbergen bei strahlendem Sonnenschein mit einem Festakt und anschließender Bergmesse den Abschluss der fünfjährigen Umbau-, Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten. Schon am Vorabend waren zahlreiche Sektionsmitglieder und Besucher aus der Talregion zur Hütte aufgestiegen, um sich bei einem zünftigen Hüttenabend über gemeinsame Bergerlebnisse auszutauschen. Besonders angetan waren diejenigen Gäste, die erst deutlich nach der üblichen Hüttenruhe um 22 Uhr in den neuen Schlafräumen im Anbau auf der Nordseite nächtigen konnten; sie alle lobten die gelungene architektonische Gestaltung und die  hervorragende Ausstattung dieser Räume.

Am Sonntag kamen zum Auftakt dieses Festtages die Bergfreunde der ÖAV-Sektion Leogang unter dem Gipfel des Hochzint bei einem Marterl zusammen um in einer feierlichen Andacht ihres vor genau 20 Jahren an dieser Stelle tödlich verunglückten Bergkameraden Mathias Scheiber zu gedenken.

Beim anschließenden Festakt an der Passauer Hütte begrüßte der 1. Vorsitzende der Sektion, Prof. Dr. Walter Schweitzer, den Bürgermeister von Leogang, Josef Grießner, und den Vize-Bürgermeister von Weißbach, Josef Fernsebner, die beide in ihren Grußworten die touristische Bedeutung der Passauer Hütte für die Region hervorhoben. Der Vertreter des Präsidiums des DAV, Hans Geyer, lobte die Sektion Passau für ihre Initiative, die Hütte auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, erwähnte aber auch den finanziellen Beitrag des DAV, also quasi aller seiner etwa 1,2 Millionen Mitglieder, zum Umbau. Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei allen Sponsoren, die zum Teil auch persönlich anwesend waren, und wies auf die Tafel mit den Namen der Spender hin, die im Eingangsbereich der Hütte angebracht ist und alle künftigen Besucher damit an diese großherzige Unterstützung erinnert.

Ein besonders herzlicher Gruß erging an die Vertreter der Sektion Leogang des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) sowie der Bergrettung Leogang, die beide den Umbau ebenfalls finanziell unterstützten und die beim Wegebau und -unterhalt immer tatkräftig mithelfen. Der Obmann der Sektion Leogang, Markus Mayrhofer, erinnerte an die zahlreichen einvernehmlichen Gespräche in der Planungsphase des Umbaus und das gute Einvernehmen zwischen den beiden Sektionen. Der 1. Vorsitzende wies darauf hin, dass die Investitionssumme von ca. 1,75 Mio. € ausschließlich  in Österreich ausgegeben wurde und zum allergrößten Teil den Handwerkerfirmen in der Talregion zu Gute kam. Er erinnerte an die Leistung aller beteiligten Firmen und ihrer Mitarbeiter, die teilweise mehrere Wochen auf der Hütte oft unter misslichen Wetterverhältnissen arbeiteten und die zu Recht stolz auf ihre qualitativ hochwertige Leistung sein können.

Evelyn Faber, seit 2012 Hüttenwirtin der Passauer Hütte, wurde zusammen mit ihrem Ehemann dafür gelobt, dass beide seit fünf Jahren mit Ausnahme des Jahres 2013 mit größter Geduld die oft den Hüttenbetrieb sehr störenden Bauarbeiten ertragen haben und die trotzdem für die Gäste der Hütten unter diesen schwierigen Bedingungen besten Service gewährleisteten. Pünktlich zum Festakt ist im Panico-Alpinverlag ein neuer Gebietsführer für die Loferer und Leoganger Steinberge erschienen; der Verfasser Adi Stocker aus St. Ulrich am Pillersee, der in den Loferer und Leoganger Steinbergen zahlreiche neue und schwierige Kletterrouten erschloss, sowie der Verlagsleiter Achim Pasold waren beim Festakt ebenfalls anwesend und wurden herzlich begrüßt.

Ein besonderer Gruß erging an die drei Vertreter der Sektion Montecchio Maggiore des Italienischen Alpenclubs (CAI), die es sich nicht nehmen ließen, auch beim Festakt dabei zu sein, obwohl sie zusammen mit 40 italienischen Bergfreunden aus der Partnerstadt Passaus bereits das Wochenende vorher für eine Tour der dortigen Sektion den weiten Anreiseweg zur Passauer Hütte auf sich genommen hatten. Unter der großen Zahl der Mitglieder der Sektion Passau begrüßte der 1. Vorsitzende namentlich Lothar Schramm, der in seiner Doppelfunktion als 2. Vorsitzender der Sektion und Hüttenwart der Passauer Hütte in der Planungs- und Bauphase intensiv beschäftigt war, sowie den Schatzmeister Bernhard Pappenberger, der umsichtig dafür sorgte, dass die Finanzierung des Bauvorhaben korrekt organisiert werden konnte. Begrüßt wurden außerdem Rudi Schmid, früher Ausbildungsreferent und 2. Vorsitzender, als Ehrenmitglied der Sektion, sowie Eyke Burg, der als früherer Hüttenwart der Sektion besonders bei der fünf Jahre dauernden Planung der Umbauarbeiten mitarbeitete.

Im Anschluss an die Begrüßung erläuterte der 2. Vorsitzende Lothar Schramm in Vertretung des Projektanten Wilfried Filzer, Architekt aus St. Johann in Tirol, der wegen eines dienstlichen Auslandstermins nicht anwesend sein konnte, den Ablauf der drei Bauabschnitte 2012, 2014 und 2015 bis zum Frühjahr 2016. Er betonte dabei die Bedeutung des Wassers, das in einer 1,4 km langen Wasserleitung vom Kuchelkar zur Hütte geführt und als Trinkwasser, als Wasser für die Sanitäranlagen und zur Stromerzeugung genutzt wird. Er überreichte zum Abschluss des Festaktes zusammen mit seiner Ehefrau Doris Schramm, die in der Sektion für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist, an die Hüttenwirtin Evelyn Faber Brot und Salz, um damit in traditioneller Weise den Neu – und Umbau eines Hauses zur Nutzung zu übergeben.

Die anschließende Bergmesse, zelebriert von Generalvikar Dr. Klaus Metzl in Vertretung des Diözesanbischofs Dr. Stefan Oster, wurde musikalisch von der Musikkapelle Leogang unter der Leitung von Kapellmeister Alois Hammerschmid umrahmt, die – nun schon traditionell bei Sektionsstreffen der Passauer Alpenvereinssektion – die Deutsche Messe von Franz Schubert spielten. In der Predigt wies Zelebrant Dr. Kalus Metztl darauf hin, dass Bergsteiger immer den Weg als Mittel nutzen, um ein Ziel, nämlich den Berggipfel, zu erreichen – und dies in Analogie zu allen gläubigen Menschen, die ihren Weg auf Erden als Zwischenstation zur ewigen Seligkeit betrachten. Mit einem Rundgang durch die Hütte segnete er alle neuen Räume und übergab sie damit ihrer Bestimmung.

Vor dem Abstieg stärkten sich alle Teilnehmer mit Speis und Trank auf der sonnenüberfluteten Hüttenterrasse  und erfreuten sich am malerischen Blick auf den Talort Leogang und die Saalachtaler Berge bis hinüber zu den schneebedeckten Gipfeln der Hohen Tauern mit Großglockner und Großvenediger.

 

 

 

 

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