Eine Wanderung auf den 1315 Meter hohen Mittagsberg!

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Fast zu einer Zeitreise in die Vergangenheit wurde die Wanderung auf den tschechischen Mittagsberg, wo in der Ära des „Kalten Krieges“ ein 37 Meter hoher Beobachtungsturm errichtet wurde, um den Funk- und Telefonverkehr der westlichen Nachbarländer abhören zu können. Gleich nach der sogenannten Wende hat man die um den Turm herum für das Militär errichteten Gebäude gesprengt und stattdessen touristische Einrichtungen geschaffen. Auch der ursprüngliche Beobachtungsturm wurde sehr schnell in einen gerne besuchten Aussichtsturm umfunktioniert. Von der obersten Plattform des Turmes haben jetzt die Besucher eine umfassende Sicht auf den bayerisch-böhmischen Grenzkammvom Lusen bis zum Arber auf der einen Seite und auf der anderen Seite reicht der Blick über unzählige bewaldete Hügel weit ins  böhmische Land hinein.

Zu einer Tagestour hatten sich 15 Alpenvereinsmitglieder am Startpunkt Buchenau getroffen, um mit Tourenführer Max Pauli durch die Nationalparkwälder auf den Mittagsberg zu wandern und beim Abstieg noch eine kurze Schachtenwanderung zu unternehmen.

Nach einer knapp einstündigen Wanderung war der 9 Hektar umfassende Lindbergschachten erreicht, der zu 70 % mit Heidelbeersträuchern bedeckt ist, die in diesem Jahr besonders viele Früchte tragen.

Der Weg zur Hirschbachschwelle verlief einem Hang entlang ohne größere Anstiege, aber dann ging es wieder aufwärts zum Grenzübergang. Seit einigen Jahren gibt es hier eine Fußgängerbrücke über den Grenzbach mit der neuen Markierung „Das Grüne Herz Europas“. Auf der tschechischen Seite ging es auf einer Teerstraße weiter und nach einer dreistündigen Wanderung war das Ziel Mittagsberg erreicht.

Die meisten Mitglieder der Wandergruppe stiegen über viele Treppenstufen und zuletzt über eine steile Eisenleiter auf die Aussichtsplattform hinauf und genossen die herrliche Rundsicht.

Nach einer gemütlichen Brotzeitpause ging es an den Abstieg, der zunächst entlang großer Windwurfflächen führte. Diese stammen noch von einem gewaltigen Sturm, der vor einigen Jahren große Teile des Waldes im Gipfelbereiches vernichtete.

Wieder auf deutscher Seite angelangt, wurde bei der Hirschbachschwelle zum Kohlschachten abgezweigt Über das Hochmoor Zwieselter Filz sind für die Wanderer lange Bohlenstege angelegt, um die empfindliche Moorvegetation zu schützen. Es handelt sich hier um eine einzigartige Landschaft, wobei mehrere kleine und verträumte Moorseen (im Volksmund „Auge Gottes“ genannt), dieser Gegend einen ganz besonderen Reiz verleihen.

Diese Wasserflächen sind durch das Einsinken von Torfschichten entstanden, sie besitzen weder Zu-noch Abläufe und werden einfach vom Moorwasser gespeist. Am Kohlschachten angelangt, legte die Gruppe nochmals eine Pause ein, aber dann ging es endgültig zurück nach Buchenau. Die Einkehr in einer Buchenauer Gaststätte bildete den Abschluss einer gemütlichen und interessanten Tageswanderung.

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